Fr, 23. Februar 2018

"Schock sitzt tief"

29.09.2008 16:40

Unbekannte schänden 90 islamische Gräber

Auf einem Friedhof in Oberösterreich sind am Wochenende rund 90 Gräber in der islamischen Sektion geschändet worden. Die unbekannten Täter haben Grabsteine, Grabplatten und hölzerne Tafeln aus der Verankerung gerissen und mit jüdischen Symbolen und Schriftzügen beschmiert. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Die Sicherheitsdirektion Oberösterreich geht von mehreren Tätern aus, die zwischen Freitag und Sonntag auf einem Friedhof in Traun (Bezirk Linz-Land) zugeschlagen haben dürften.

Ablenkungsmanöver?
Die Schmierereien auf den Grabsteinen würden David-Sterne und siebenarmige Leuchter zeigen, auch der Name einer israelischen Partei sei aufgesprüht worden, berichtete die Islamische Religionsgemeinschaft. Sie gehe davon aus, dass die jüdischen Symbole von den wahren Tätern, die sie im rechtsradikalen Bereich vermutet, ablenken sollen.

Ob die Täter tatsächlich "rechtstendenziös" seien, könne er derzeit noch nicht beurteilen, erklärte dazu Sicherheitsdirektor Alois Lißl. "Die Wörter und Symbole passen nicht in die rechte Ebene."

Große Betroffenheit
Die Religionsgemeinde zeigte sich wenig überrascht von den Vandalenakten: Der muslimische Bestatter habe das bereits befürchtet, nachdem er vergangene Woche einen Sticker einer rechtsradikalen Organisation beim Eingang des Friedhofes entfernt hatte. Gerade während des Fastenmonats Ramadan sei die Betroffenheit bei den Angehörigen besonders groß. "Der Schock sitzt tief", hieß es in der Aussendung.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden