Di, 22. Mai 2018

Nach Amoklauf

28.09.2008 17:09

Finnen gedenken der Opfer des Schulmassakers

Mit einem Trauergottesdienst haben Hinterbliebene und Bewohner der finnischen Kleinstadt Kauhajoki am Sonntag der Opfer des Schulmassakers gedacht. An dem Gottesdienst nahm auch Staatspräsidentin Tarja Halonen teil. Bei dem Amoklauf in der Berufsschule der westfinnischen Stadt hatte der 22-jährige Matti Juhani Saari Anfang vergangener Woche acht Mitschülerinnen, einen Mitschüler sowie einen Lehrer durch Schüsse sowie Brandstiftung getötet, bevor er sich selbst richtete.

Bischof Simo Peura sagte zu den Trauergästen, die Tragödie werfe die Frage für alle auf, auf welchen Werten die eigene Gesellschaft aufgebaut sei. "Dies ist eine schwere Bürde für uns alle." Er forderte alle Eltern zu "ständigem intensivem Gesprächskontakt" mit ihren Kindern auf.

Ebenfalls am Wochenende berichtete die Zeitung "Ilta-Sanomat", dass die Polizei vier Tage vor dem Amoklauf die spätere Mordwaffe, eine Pistole vom Typ Walther P22, beschlagnahmen wollte. Hintergrund waren Gewaltvideos von Saari im Internet. Die Waffe habe jedoch nicht konfisziert werden können, weil Saari in seinen Heimatort gereist war und deswegen von der Polizei nicht angetroffen worden sei.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizist
Die Entscheidung, Saaris Zimmer im Studentenwohnheim zu durchsuchen, wurde mit der Begründung zurückgenommen, man wolle erst mit dem Waffenbesitzer sprechen. Das Gespräch am Tag vor dem Amoklauf lieb dann allerdings folgenlos, weil der zuständige Beamte keinen Grund mehr für eine Beschlagnahmung sah. Wegen dieser Entscheidung ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Ein Polizeisprecher bestritt die Darstellung der Vorgeschichte, wollte aber wegen des laufenden Verfahrens zu Einzelheiten nicht Stellung beziehen.

Verschärfung der Waffengesetze angekündigt
Der finnische Ministerpräsident Matti Vanhanen hat unterdessen eine Verschärfung der liberalen finnischen Waffengesetze bis Frühjahr 2009 angekündigt. Erst im vergangenen November hatte ein 18-jähriger Maturant ebenfalls mit seiner kurz vorher legal erworbenen Schusswaffe am Gymnasium der Stadt Jokela sechs Mitschüler und zwei dort arbeitende Frauen erschossen. Auch er beging Selbstmord. Beide Amokläufer sollen in direktem Kontakt miteinander gestanden haben (siehe Infobox).

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