Do, 22. Februar 2018

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01.10.2008 11:08

VP-Absturz, Watsch'n für SP, Triumph fürs BZÖ!

Ein echter Absturz für die ÖVP, eine saftige Watsch'n für die SPÖ, ein "Minimalstverlust" für die Grünen, ein beträchtlicher Gewinn für die FPÖ und ein wahrer Triumph des BZÖ - das ist die Bilanz des Wahl-Sonntags in der Steiermark. Die SPÖ schaffte es zwar, wieder die stärkste Kraft im Lande zu werden, es war allerdings ein Pyrrhus-Sieg. Denn auch die SPÖ-Verluste lagen mit minus acht Prozentpunkten (auf 29,6 Prozent) über dem Bundestrend. Große Gewinner waren auch in der Grünen Mark das BZÖ und die FPÖ. Bei den Grünen blieb's vor allem durch ein gutes Grazer Ergebnis beim "Mini-Minus".

Das vorläufige Endergebnis für die Steiermark:

  • SPÖ: 29,65% (-7,53%)
  • ÖVP: 25,89% (-11,59%)
  • FPÖ: 17,74% (+7,30%)
  • BZÖ: 13,50% (+10,31%)
  • Grüne: 7,88% (-0,04%)
  • LIF: 1,43%
  • FRITZ: 1,36%
  • Sonstige: 2,55%

Alle Ergebnisse aus den Gemeinden und Bilder aus der Steiermark findest du in der Infobox!

Schon nach den ersten vorliegenden Auszählungen in Kleingemeinden war klar: Die Großparteien, die schon bald keine mehr sein sollten, verloren in ihren jeweiligen Kerngebieten. Die ÖVP sollte letztlich mit einem Minus von 11,6 Prozentpunkten (auf 25,9 Prozent) noch schlechter als im Bundesschnitt abschneiden.

Steiermark jetzt zweite Haider-Hochburg
Wirklich überraschend war das starke Abschneiden des BZÖ, das in der Steiermark mit 13,5 Prozent ein Mehr von 10,3 Prozentpunkten verbuchen konnte und nach der Haider-Hochburg Kärnten das zweitbeste Bundesländerergebnis einfuhr.

"Eine Katastrophe"
In den Reaktionen sprach der steirische SPÖ-Chef Landeshauptmann Franz Voves von einer "Katastrophe" und einer "ordentlichen Watschen" für beide - ehemaligen - Großparteien. Er hoffe "auf Vernunft in höchsten Kreisen der ÖVP" und möglicherweise auf eine "neue Vernunftehe". Sein ÖVP-Gegenüber, Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, sah dies anders: Er sprach von einer "großen bürgerlichen Mehrheit" und könne sich eine Koalition "abseits der nunmehr kleinen Koalition" vorstellen.

Grüne: Platz fünf, aber "historischer Höchststand"
Die Grünen konnten durch ihr gutes Abschneiden in Graz (von 17,3 auf 18,2 Prozent) ihren Verlust in der Grünen Mark minimieren, man fiel landesweit hinter das BZÖ auf Platz fünf zurück: In der Landeshauptstadt blieb man vor BZÖ und FPÖ deutlich Dritter und bildet mit SPÖ (23 Prozent), ÖVP (22 Prozent) das Trio der "Mittelparteien". Der steirische Spitzenkandidat Werner Kogler räumte zwar ein, dass das Ziel, die Grünen als Regierungspartei zu positionieren, nicht erreicht worden sei, verwies aber darauf, dass man im Land einen "historischen Höchststand" erreicht habe.

Mehr Reaktionen findest du in der Infobox!

Die größten Verluste und Zuwächse in der Steiermark
Die steirische SPÖ konnte im Vergleich zur Nationalratswahl 2006 den größten Zuwachs mit 7,2 Prozent in der Gemeinde Osterwitz (Bezirk Deutschlandsberg) verzeichnen, den größten Verlust erlitten die Sozialdemokraten in Dürnstein (Bezirk Murau) mit einem Minus von 17,6 Prozentpunkten. Mit 4,7 Prozent konnten die steirischen Grünen in Ungerdorf (Bezirk Weiz) am stärksten zulegen, die höchsten Stimmverluste erlitten sie in Kaibing (Bezirk Hartberg) mit einem Minus von rund 3,7 Prozentpunkten.

Für die Freiheitlichen gab es den stärksten Zuwachs in der schwarz dominierten Gemeinde Aug-Radisch (Bezirk Feldbach) mit 19 Prozentpunkten, den größten Verlust erlitten die Blauen in Johnsbach (Bezirk Liezen) mit minus 2,3 Prozentpunkten. Das BZÖ konnte mit 23 Prozentpunkten in St. Lorenzen bei Scheifling (Bezirk Murau) am meisten zulegen, ein schlechteres Ergebnis als im Jahr 2006 erreichte die Partei in keiner Gemeinde.

Ausführlichere Berichte über die "Trendgemeinden" findest du in der Infobox!

Die ÖVP konnten nur in einer steirischen Gemeinde ein Plus einfahren: In St. Ilgen (Bezirk Bruck/Mur) erhielt die steirische Volkspartei einen Zuwachs von 0,1 Prozentpunkten - trotz Verlust von zwei Stimmen, wegen Weniger Wahlberechtigten. Den stärksten Verlust erlitt die Partei in Glojach (Bezirk Feldbach) mit minus 27,5 Prozentpunkten. Die KPÖ gewann in der Steiermark am meisten in Triebendorf (Bezirk Murau) mit 3,3 Prozent, den stärksten Verlust verzeichneten die Kommunisten in Kulm bei Weiz mit minus 3,7 Prozentpunkten.

Wahlbeteiligung bei etwa 72 Prozent
Das Wahlverhalten der Steirer ließ sich vom einigermaßen schönen Wetter offenbar nicht beeinflussen: Die Wahlbeteiligung ist sogar etwas niedriger als 2006 und liegt bei etwa 72 Prozent. Die Wahlkarten können hier noch Veränderungen mit sich bringen.

970.931 Steirer wahlberechtigt
970.931 Steirer waren am Sonntag aufgerufen, den Nationalrat neu zu wählen: All jene, die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen und am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. Erstmals waren also auch die 16- und 17-Jährigen dabei. Und auch diesmal kam es auf die Frauen an - mit 503.000 Stimmberechtigten waren sie in der Mehrheit.

Briefwahl noch möglich
Wer sich den Gang zur Wahlurne ersparen wollte, konnte (und kann) seine politische Meinung erstmals auch via Brief artikulieren. Das Kuvert muss allerdings spätestens am 6. Oktober, um Punkt 14 Uhr, bei der zuständigen Bezirksbehörde eingelangt sein.

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