Do, 24. Mai 2018

Wieder EStAG-Eklat

29.09.2008 20:53

Beide Vorstände werfen das Handtuch!

Paukenschlag im Landes-Energiekonzern! In der letzten Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch (im Bild Aufsichtsratschef Peter Schachner) ist es zum Eklat gekommen. Beide Vorstände haben dort angekündigt, das Handtuch zu werfen. Die Diskussion um Gagen (380.000 Euro pro Kopf und Nase sollten massiv reduziert werden), ständige Indiskretionen und die dramatische Kundenflucht werden hinter vorgehaltener Hand als Gründe kolportiert.

Der Konzern kommt nicht zur Ruhe. 2003 erschütterte der so genannte EStAG-Skandal die Steiermark. Nach wildem politischem Hickhack wurde der gesamte Vorstand (Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann, die Manager Werner Heinzl und Hubert Jeneral) abgelöst. In unmittelbarer Folge kostete der Streit auch Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl den Kopf. Und der ÖVP (zur EStAG gesellte sich noch die Affäre Herberstein) im Endeffekt den Landeshauptmann.

Geheimes Hearing in Zürich
Aber auch die Installierung der neuen Vorstände stand unter einem denkbar schlechten Stern: In einer Geheimaktion - das Hearing fand in Zürich statt, die rote Reichshälfte war nicht einmal informiert - wurden Franz Karl Maier und Franz Kailbauer eingesetzt. Was folgte, war ein Klima des Misstrauens. Sowohl politisch, als auch zwischen den Vorständen. Bis es am Mittwoch endgültig krachte. Unisono erklärten beide, sich nicht mehr um eine "Verlängerung der im August 2009 auslaufenden Verträge zu bemühen". Wobei Maier, und das ist kurios, sogar angeboten haben soll, bereits im Dezember die Chefetage zu räumen - sofern ihm die Gage bis August weiter bezahlt werde...

Mehr als 1.000 Strombezieher flüchten pro Monat
Das "ständige Gegeneinander", Indiskretionen und die Gagendiskussion - in Zukunft wird es für Strom-Bosse das Landeshauptmann-Gehalt (280.000 Euro) geben - werden als Gründe genannt. Aber auch die alarmierende Kundenflucht: Im Schnitt laufen dem Konzern pro Monat mehr als 1.000 Strombezieher davon!

Oswin Kois winkt ab
Aufsichtsratschef Peter Schachner jedenfalls hat rasch reagiert. Die Wiener Personalberatung "Zehnder" ist mit der Suche nach einem neuen Management beauftragt. Denn der logische Favorit für die Nachfolge, ATP-Chef Oswin Kois, profunder Kenner der steirischen Energie-Szene, hat bereits im Vorfeld abgewunken.

Eine Sauerei!
Liebe Leser, das Leben ist ungerecht. Nehmen wir die EStAG-Vorstände. Als sie ihre Verträge unterschrieben haben, lag das Salär einiges über der 400-Tausender-Grenze. Da ging Geheul durchs Land. Unter dem Druck der Öffentlichkeit wurde reduziert. Auf "nur" 380.000 Euro. Jetzt tauchen Nebengeräusche auf. Werden die Verträge nicht verlängert, haben die Chefs Anspruch auf rückwirkende Nachzahlung: ein bisserl mehr als 300.000 Euro pro Kopf und Nase. Eine Sauerei, wie man uns anno 2004 mit der vorgeblichen Reduktion belogen und betrogen hat...

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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