So, 22. Oktober 2017

Fall Thallinger

26.09.2008 16:25

gespag hilft Familie mit vier Kindern aus

Nach jener Entbindung in Gmunden, die für Izeta Thallinger tödlich endete, unterstützt der Krankenhausbetreiber, die Gesundheits- und Spitals AG (gespag), den Witwer und seine vier Kinder. Bis zur gutachterlichen Klärung komme man für die Kosten der Familienhilfe auf, gab die gespag Freitagnachmittag in einer Presseaussendung bekannt. Vergangene Woche waren das Dienstverhältnis mit einem der Ärzte, die im Verdacht stehen, die Krankengeschichte der Patientin gefälscht zu haben, beendet worden, der andere wurde suspendiert.

Nach dem Geburtsdrama von Gmunden, bei dem Izeta Thallinger (42) aus Pinsdorf verblutet ist, übernimmt die Gespag nun bis zur gutachterlichen Klärung der tragischen Angelegenheit die Kosten der Familienhilfe. Die Gespag betitelt die Entscheidung als Soforthilfe: Dennoch brauchte es 24 Tage und ein Gespräch mit Rechtsanwalt Roland Schachinger, bis sich die Chefetage des Unternehmens zu dieser Geste entschloss.

Der Rechtsanwalt der Familie, Roland Schachinger, zeigte sich zufrieden über die Unterstützung: "Damit kann der dringlichste Wunsch meines Mandanten, nämlich seine vier Söhne bei sich zu haben, aus finanzieller Sicht vorerst realisiert werden." Sowohl die gespag als auch Schachinger betonten, dass damit kein Schuldeingeständnis der gespag verbunden sei. Erst Gutachten könnten eine endgültige Klärung des Falles herbeiführen. Beide Parteien würden weiter eine außergerichtliche Einigung in diesem Fall anstreben, hieß es.

Vor rund zwei Wochen war der Fall publik geworden: Bei der Patientin kam es während der Entbindung zu gravierenden Problemen. In einer Notoperation versuchten die Ärzte ihr das Leben zu retten, konnten der Frau aber nicht mehr helfen. Sie dürfte nach einem Riss in der Gebärmutter verblutet sein. Seither laufen Ermittlungen, die Krankengeschichte wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Die beiden Mediziner seien nicht geständig, so Sicherheitsdirektor Alois Lißl.

Das gynäkologische Gutachten wird für die außergerichtliche Einigung entscheidend. Witwer Harald Thallinger möchte sein Baby kommende Woche vom LKH Vöcklabruck heimholen.

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