Sa, 18. November 2017

Geld & Liebe?

25.09.2008 18:55

Wenn finanzielle Sorgen die Beziehung belasten

Gerade in Zeiten wie diesen, wenn die Inflation auf die Geldbörse drückt, kann es sein, dass die finanzielle Situation immer öfter zum Gesprächs- oder sogar zum Streitthema in der Beziehung wird. Denn nirgendwo scheiden sich die Geister so sehr wie beim lieben Geld. Besonders kritisch kann es dann werden, wenn ihr gemeinsam eine Finanzierung laufen habt und aufgrund steigender Zinsen das Geld immer knapper und knapper wird. Nicht selten sind finanzielle Belastungen der Grund dafür, dass eine gute Beziehung leidet oder sogar in die Brüche geht. Hier erfährst du, wie du mit Geldproblemen richtig umgehen kannst.

Das Problem taucht auf
Meist kommen Geldsorgen schleichend. Bisher ist sich alles gut ausgegangen, doch auf einmal wird das Geld knapp. Die meisten Paare beginnen hierauf, sich in gegenseitige Schuldzuweisungen zu verstricken. Diese gipfeln meist in handfesten Konflikten, Schreiduelle nicht ausgeschlossen. Ein Partner meint oft, dass der andere zu viel Geld ausgibt oder durch einen Kaufwunsch schuld an der finanziellen Misere zu sein, wie beispielsweise einem Auto- oder Wohnungskauf, den man finanzieren musste. Diese Reaktion ist zwar verständlich, allerdings nicht zielführend. Denn dadurch treten zu den finanziellen Problemen auch noch Beziehungsprobleme, und das belastet doppelt. Schließlich ist der Partner, mit dem man normalerweise alles besprechen kann, nun ein „Gegner“.

Natürlich ist es notwendig, sich auf Ursachenforschung zu begeben, und zu überprüfen, wo die finanziellen Schwierigkeiten auf einmal herkommen. Allerdings, so weit das möglich ist, ohne Vorwürfe. Auch wenn es nicht einfach ist: Versetzt euch in die Rolle eines Beraters – mit neutralem Blick sieht man mehr. Es kann viele Ursachen für eine enge finanzielle Situation geben: Die plötzliche Arbeitslosigkeit eines Partners, eine unerwartete hohe Ausgabe, oder auch die Häufung von vielen kleinen Ausgaben, sowie veränderte Außenbedingungen, wie zum Beispiel gestiegene Zinsen bei einer Finanzierung. Ein Blick auf die Kontoauszüge der letzten Monate hilft dabei, die Ursache zu entdecken und Bilanz zu ziehen, wie die finanzielle Situation sich darstellt.

Wie geht es weiter?
Wenn die Ursache gefunden wurde, dann gilt es, gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Meist ist ein Partner mehr verantwortlich für die Regelung der Ausgaben, als der andere. Daher ist es wichtig, auch selbst einsichtig zu sein, und Kompromissbereitschaft zu zeigen. Ist offensichtlich, dass zu viel Geld für Kleinigkeiten ausgegeben wurde, dann solltet ihr gemeinsam einen Plan erstellen, wie das in Zukunft verhindert werden soll. Vielleicht gibt es zukünftig ein Budget für Kleidung, Schuhe, Autozubehör, Kosmetik usw., das pro Monat verbraucht werden darf – alles darüber muss in den nächsten Monat verschoben werden. Ein Haushaltsplan hilft bei der Kontrolle. Auch kann ein Kompromiss so aussehen, dass ein Partner, der zuvor nicht, oder nur in geringem Ausmaß berufstätig war, wieder mehr ins Berufsleben einsteigt und dafür der Haushalt und die Kindererziehung gemeinschaftlicher angegangen wird. Zusätzlich können in vielen Bereichen Einsparpotenziale gefunden werden: Handytarif, Strom, Autoversicherung – lasst euch einmal Vergleichsangebote machen. Denn auch so können kleine Entlastungen geschaffen werden.

Schafft ihr es zu zweit nicht, euer Problem in den Griff zu bekommen, dann solltet ihr externe Unterstützung in Anspruch nehmen: Das Gespräch mit eurer Bank kann hier genauso helfen, wie ein Schuldnerberater für bereits extrem gewordene Situationen, in denen riesige Schuldenberge angehäuft wurden, die ihr alleine nicht mehr in den Griff bekommt. Gemeinsam mit Experten könnt ihr einen Plan erstellen, der schrittweise hilft, das Problem zu lösen.

Reden, reden, reden
Es ist gerade in einer angespannten Situation wichtig, den Draht zueinander immer aufrecht zu erhalten und offen und Gefühle und Gedanken zu sprechen. Denn nur wenn ihr euch einander weiterhin mitteilt, könnt ihr das Vertrauen zueinander aufrecht erhalten und eure Beziehung wird durch die Krise sogar gestärkt. Besinnt euch auf das, was ihr am anderen liebt und schätzt – Probleme sind dazu da, um sie zu lösen. Gemeinsam.

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