Fr, 23. Februar 2018

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25.09.2008 10:25

Erster Filesharing-Fall wird neu aufgerollt

Weil sie über die Online-Tauschbörse Kazaa 24 Songs zum Download angeboten hatte, wurde Jammie Thomas im Oktober vergangenen Jahres wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht zur Zahlung von 222.000 Dollar (149.762 Euro) an sechs Plattenfirmen verurteilt. Nun muss der erste Filesharing-Prozess in den USA jedoch neu aufgerollt werden. Richter Michael Davis erklärte am Mittwoch, er habe dem Antrag auf einen neuen Prozess zugestimmt, weil er einen Fehler bei seinen Hinweisen für die Geschworenen gemacht habe. Dadurch seien diese sehr voreingenommen gewesen.

Zur Debatte steht dabei, ob die Musikindustrie beweisen muss, dass auch irgendjemand die bereitgestellten Songs heruntergeladen hat, wie dies der Rechtsanwalt von Thomas gefordert hatte. Die Industrie hatte erklärt, es reiche aus, wenn jemand urheberrechtlich geschütztes Material zum Download anbiete.

Thomas zeigte sich sehr glücklich über die Entscheidung, den Fall neu aufzurollen: "Nun müssen sie ihre Vorwürfe beweisen", sagte die Krankenschwester, die als erste von Tausenden Verklagten vor Gericht stand. Sie erwarte, dass die Musikindustrie Berufung gegen die Entscheidung einlegen werde und dass die ganze Frage, wie das Urheberrecht zu interpretieren sei, bis vor den Obersten Gerichtshof kommen werde.

Überzogene Schadensersatzforderungen
Richter Davis wandte sich gleichzeitig auch an den Kongress, der die Rechtslage ändern soll, um künftig in ähnlichen Fällen derart überzogene Schadenersatzforderungen zu verhindern. Er verwies darauf, dass die 24 Songs drei CDs und damit weniger als 54 Dollar entsprächen. Der Schadenersatz habe also beim mehr als 4.000-fachen gelegen. Er sei überzeugt, dass zur Abschreckung illegaler Downloads auch das Hundertfache ausreichen würde.

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