Mi, 13. Dezember 2017

Nazi-Relikt

24.09.2008 12:24

Enteignete Kirche erst jetzt zurückgegeben

Die Pfarre Lacken im Bezirk Urfahr-Umgebung hat ihre in der Nazi-Zeit enteignete Kirche erst jetzt zurückbekommen. Zuvor gehörte sie der Gemeinde Feldkirchen an der Donau, was lange Zeit niemand wusste. Die Eigentumsverhältnisse wurden erst im Vorjahr bei den Vorbereitungsarbeiten für die nunmehr abgeschlossene Renovierung entdeckt.

"Wir sind natürlich davon ausgegangen, dass der Pfarre die Kirche gehört", sagt Veronika Pernsteiner vom Seelsorgeteam Lacken. Tatsächlich war aber die Gemeinde Feldkirchen der Eigentümer, Lacken ist ein Ortsteil der etwas mehr als 5.000 Einwohner zählenden Gemeinde.

Alle kirchlichen Vereine in der NS-Zeit aufgelöst
Während der NS-Zeit wurden alle kirchlichen Vereine aufgelöst. Da nach 1945 verabsäumt wurde, den Verein wieder neu ins Leben zu rufen, gingen aufgrund der österreichischen Rechtslage die Kirche und der Pfarrhof in das Eigentum der Gemeinde über. Der Eigentümer "Schulgemeinde Lacken" wurde 1997 aus dem Grundbuch gelöscht und die Marktgemeinde Feldkirchen als Eigentümer eingetragen.

Schenkungsvertrag unterzeichnet
Nachdem die Eigentumsverhältnisse im Vorjahr ersichtlich geworden waren, unterzeichneten die Gemeinde und die Pfarre einen Schenkungsvertrag. "Das bedeutet aber nicht, dass die Gemeinde etwas verschenkt hat. Es wurde eine zweifelhafte Rechtslage, die ihren Ursprung in der nationalsozialistischen Vergangenheit hat, wieder berichtigt", erläuterte Pernsteiner.

Großes Fest in Lacken
So feierten die Einwohner von Lacken am vergangenen Wochenende nicht nur 75 Jahre Pfarrkirche, sondern auch, dass Kirche und Pfarrhof wieder an die Pfarrgemeinde zurückgegeben wurden, für die sie bestimmt sind und die sie auch immer benützt haben.

Symbolbild

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