Mo, 19. Februar 2018

In Ägypten entführt

23.09.2008 17:59

Schicksal verschleppter Urlauber weiter ungewiss

Über das Schicksal der im Grenzgebiet zwischen Ägypten und dem Sudan verschleppten Touristen gibt es nach wie vor keine genauen Angaben. Vier Tage nach ihrer Entführung warten die Touristen noch immer auf ihre Freilassung. Aus Sicherheitskreisen in Kairo verlautete am Dienstag, die 19 Teilnehmer einer Wüstensafari, darunter fünf Deutsche, würden in der nordsudanesischen Wüste festgehalten. Sowohl ägyptische Vertreter als auch Mitarbeiter des deutschen und des italienischen Außenministeriums würden derzeit mit den Entführern über deren Lösegeldforderungen verhandeln.

Für Verwirrung hatte in der Nacht zum Dienstag der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit mit Äußerungen über die angebliche Freilassung der Verschleppten für Verwirrung gesorgt. Später widerrief sein Sprecher diese Aussagen. Der Minister, der sich in New York aufhält, sei falsch zitiert worden, sagte er. Bei den Verhandlungen mit den Entführern hat nach ägyptischen Angaben die deutsche Bundesregierung das Zepter in der Hand, die in Kontakt mit den Regierungen in Kairo und Rom stehe.

Verhandlungen mit Kidnappern laufen
Der ägyptische Tourismusminister Suheir Garana erklärte, der deutsche Botschafter in Kairo, Bernd Erbel, habe ihm gesagt, die Bundesregierung verhandle mit den Entführern über die Zahlung eines Lösegeldes. Er habe ihm gegenüber zudem Berichte dementiert, wonach die Kidnapper gedroht haben sollen, die Entführten zu töten, falls man ihre Bewegungen in der Wüste per Flugzeug überwachen sollte. In ersten Berichten war von Lösegeld-Forderungen zwischen sechs Millionen ägyptischen Pfund (783.000 Euro) und 15 Millionen US-Dollar (rund 10,2 Millionen Euro) die Rede gewesen.

Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise in Kairo, die Entführer stammten möglicherweise aus dem Tschad. Dies wurde offiziell nicht bestätigt.

Entführter kontaktierte per Telefon Ehefrau
Die Reisegruppe, zu der auch fünf Italiener, eine Rumänin und acht Ägypter gehören, war am vergangenen Freitag an der unbefestigten "gelben Grenze" in der Wüste zwischen Ägypten und dem Sudan überfallen worden. In ägyptischen Medienberichten war von vier bewaffneten Angreifern die Rede. Das Tourismusministerium in Kairo teilte mit, der ägyptische Reiseleiter habe seit Beginn der Entführung mehrfach mit seiner deutschen Ehefrau telefoniert, zuletzt am Dienstagmorgen. Er habe mitgeteilt, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe.

Schaden für Ägyptens Tourismus
Für Touren in die Einsamkeit der westlichen Wüste Ägyptens müssen Reiseveranstalter vom Militärgeheimdienst eine Sondergenehmigung einholen. Die Touristen waren am 16. September mit dem lokalen Reiseveranstalter Aegyptus von der Oase Dachla zu ihrer Tour zum Gilf al-Kebir aufgebrochen. Auch ein Offizier, der aus Sicherheitsgründen zur Begleitung der Reisegruppe abgestellt worden war, wurde verschleppt.

Zwei der verschleppten Italiener sind über 70 Jahre alt, einer 68. Sie sollten nach Angaben des italienischen Veranstalters, der die Tour für die Italiener bei dem ägyptischen Reiseanbieter gebucht hatte, ursprünglich am Sonntag nach Hause fliegen.

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