Mi, 23. Mai 2018

ÖVP-"Schnorrbrief"

21.09.2008 15:45

Grazer Mindestrentnerin um Spende angebettelt

So tief kann der Fettnapf gar nicht sein, dass im Wahlkampf der eine oder andere Politiker nicht doch hineinstolpert. Einer steirischen Pensionistin - und sie ist nicht die einzige - ist dieser Tage ein Schnorrbrief zugegangen, gezeichnet vom schwarzen Generalsekretär Hannes Missethon (Bild) und dessen Kollegin Michaela Mojzis.

"Wir brauchen Ihre Unterstützung in diesem Wahlkampf, bitte helfen Sie uns auch diesmal mit ihrer Geldspende", betteln die ÖVP-Strategen. So weit, so gut, so legitim! Nur in diesem Fall ist die Adressatin Mindestrentnerin - mit sehr bescheidenen, um nicht zu sagen, beschämenden 215,64 Euro netto monatlich...

Auch wenn's nach Professor Binsen und dessen Weisheiten klingt: Das Leben selbst schreibt die schönsten Geschichten - sogar in der Politik. Etwa die sehr berührende von SPÖ-Landtagsklubchef Walter Kröpfl und dessen 13 Monate jungem Enkel Tim. Beide waren schwer krank, beide haben gekämpft - und die Krankheit besiegt. Jetzt war Zeit für den "Antrittsbesuch" im Landtagsbüro. Und der quirlige Kleine wirbelte das gleich einmal ordentlich durcheinander - vor allem Opas "Geheimunterlagen". Bei so viel Neugier, konstatierten Anwesende, scheint eine Karriere als Journalist oder Politiker geradezu vorgezeichnet...

Rot-schwarze "Watscherei"
Draußen am Land, da matchen sich die Kandidaten oft ordentlich. Am heftigsten geben es sich aber ("Inoffiziell" berichtete mehrmals) der schwarze Minister Martin Bartenstein und sein roter Widerpart Beppo Muchitsch im Süden des Landes. Zuerst haben sie ein Fairnessabkommen auf regionaler Ebene geschlossen, dann sich immer wieder öffentlich lustvoll abgewatscht: Weil sich Muchitsch zur eigenen Ehre ganz gerne plakatiert und inseriert sieht, wollte Bartenstein jüngst wissen, wies mit der Finanzierung dieser roten Aktivitäten steht. Was Transparenz betrifft, ist der rote "Beppo" dann aber doch nicht so auskunftsfreudig. Finanziell aufwändig sei der Wahlkampf schon, bezahlen würden ihn aber die vielen Teilorganisationen der Sozialdemokratie...

"Steiermark inoffiziell" von Gerhard Felbinger, KronenZeitung

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