Mo, 21. Mai 2018

ÖVP-Wahlkämpferin

20.09.2008 19:04

Merkel: "Möchte Molterer als Bundeskanzler"

Prominente Unterstützung für den Nationalratswahlkampf hat sich die ÖVP am Samstag zu einem Wirtschaftsgipfel nach Linz geholt: "Ich möchte, dass Willi Molterer Bundeskanzler Österreichs wird und mit mir zusammen Europa gestaltet", so die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum "simplen Grund" für ihren Kurzbesuch. Die nach Parteiangaben rund 2.000 Besucher im Design Center wurden in den Reden auf die soziale Marktwirtschaft und ein vereintes Europa eingeschworen.

Mit einigen Minuten Verspätung traf Merkel kurz vor 11.00 Uhr ein, Molterer empfing sie mit Busserl auf die Wangen. Unter tosendem Applaus und Standing Ovations wurde sie im Saal willkommen geheißen.

In seinen Grußworten machte Oberösterreichs ÖVP-Landesparteichef Landeshauptmann Josef Pühringer auf Merkels Sieg bei den deutschen Bundestagswahlen vor drei Jahren aufmerksam und erklärte in Molterers Richtung: "Unser aller Einsatz ist dir gerade in den entscheidenden kommenden acht Tagen sicher." Der ÖVP-Kanzlerkandidat betonte, dass die EU "starke Menschen" wie Merkel benötige und dieses "vereinte Europa" zu wertvoll sei, um es den "Populisten von links und rechts" zu opfern. "Europa ist die Grundlage für unseren Wohlstand." Die größte Sorge der Menschen gelte nicht der Teuerung, sondern ihren Arbeitsplätzen, erklärte Molterer. Die soziale Gerechtigkeit in Österreich brauche ein "festes wirtschaftliches Fundament".

Kohlelieferant für soziale Wärme
"Eine starke Wirtschaft ist der Kohlelieferant für soziale Wärme", betonte auch Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl. Die EU sei ein Wirtschafts-, und Friedensprojekt, in Deutschland habe man einen starken Partner. Mit dem Nachbarland sei Österreich nicht nur aus Vernunfts-, sondern auch aus Emotionsgründen verbunden so Leitl, der an den Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhanges erinnerte. Merkel nannte er die "Powerfrau Europas" und Molterer den "künftigen Bundeskanzler". "Ich erkläre damit die Nationalratswahl für entschieden - per Akklamation", sagte Leitl augenzwinkernd.

Marktwirtschaft braucht eine internationale Dimension
"Soziale Marktwirtschaft braucht eine internationale Dimension", stellte die deutsche Kanzlerin fest, die in der Österreichischen Volkspartei einen "zuverlässigen Partner der Menschen" sieht, was in wirtschaftlich turbulenten Zeiten besonders zähle. "Die ÖVP kann wirtschaftliche Vernunft und sozialen Zusammenhalt gemeinsam gestalten", betonte sie. Die Österreicher dürften aber nicht nur freundliche Gedanken an die Volkspartei verwenden, sondern müssten am 28. September auch den Zettel für sie einwerfen, so Merkel. Molterer dankte es ihr mit einem rot-weiß-roten Blumenstrauß, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) mit den Worten: "Wir wissen, was wir an dir haben."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden