Sa, 26. Mai 2018

Alle schauen Pornos

19.09.2008 10:35

Pornos legen Messlatte für Sex höher

Das häufige Anschauen von Pornofilmen verändert einer Internet-Umfrage zufolge das Sexleben der Deutschen. Mit steigendem Pornokonsum habe sich zum Beispiel die Vorstellung von Genitalien verändert, sagte der Sexualwissenschaftler Jakob Pastötter bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. Pornografie stärke den Wunsch nach einem perfekten Körper und führe zu mehr Schönheits-Operationen im Genitalbereich, ergänzte er. Zu den Folgen gehöre auch, dass sich mehr Menschen als früher im Bett unter Druck gesetzt fühlten. Erfahrungsgemäß sind derartige Umfrage-Ergebnisse durchaus auch auf Österreich übertragbar.

Für die Studie im Auftrag des Senders ProSieben wurden fast 56.000 Internet-Fragebögen ausgewertet. Nach dieser Statistik haben die Deutschen zum Beispiel 139 Mal Sex im Jahr. Bestätigt wurden demnach Klischees, wonach sich fast zwei Drittel der Männer mehr Sex und mehr Abwechslung im Bett wünschen - aber auch 50 Prozent der Frauen.

Umfrage nicht unbedingt repräsentativ
An der Umfrage konnten alle Interessierten teilnehmen, die den Fragebogen auf den Internetseiten des Privatsenders entdeckten. Das Alter der Interviewten, die rund 200 Fragen zu ihrem Sexleben beantworteten, schwankt zwischen 14 und 80 Jahren. "Den deutschen Sex als Durchschnittswert gibt es nicht", sagt Wissenschaftler Pastötter, der als Präsident der deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung die Umfrage mitbetreut hat.

Pornografie ist kein Randphänomen mehr
Überrascht hat ihn allein, dass sich nach der Umfrage ein Drittel der befragten Männer täglich Pornos ansieht, besonders häufig im Internet. Bei den Frauen sind es rund acht Prozent. Von den befragten Jugendlichen hat im Alter von 14 Jahren bereits die Hälfte einen Porno gesehen. "Pornografie hat damit aufgehört, ein Randphänomen zu sein", sagte Pastötter. "Wir sind ein Volk von Pornophilen." Viele junge Mädchen glaubten heute, dass sich ihr Freund eine Art Porno-Star im Bett wünsche.

Medien vermittelten oft eine Vorstellung von Sexualität, die mit der Realität wenig zu tun habe, ergänzte der Sexualwissenschaftler. "Meist geht es um Freaks, die zum Beispiel in Swinger Clubs gehen", sagte Pastötter. Die Umfrage habe jedoch ergeben, dass höchstens fünf Prozent der Befragten Erfahrungen mit Partnertausch hatten.

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