Mi, 23. Mai 2018

Arzt unter Verdacht

18.09.2008 10:23

Kinderporno-Vorwürfe gegen Grazer Mediziner

Bereits im Vorjahr war ein Grazer Arzt wegen angeblicher Weitergabe von Kinderpornos ins Visier deutscher Fahnder geraten, knapp ein Jahr später - am 21. November - kommt der 31-Jährige in seiner Heimatstadt vor Gericht. Dem Mediziner drohen bis zu drei Jahre Haft.

Im Vorjahr führte das Bundeskriminalamt Wiesbaden intensive Erhebungen in der Kinderpornoszene durch. Dutzende deutsche User wurden ausgeforscht und angezeigt, eine heiße Spur führte nach Österreich. Auch ein Grazer Mediziner, der derzeit in einem oberösterreichischen Spital als Turnusarzt arbeitet, soll Kinderpornos heruntergeladen und weitergegeben haben.

"Passwort vergessen"
Am 14. Dezember, einem Freitag, wurde in der Wohnung des Mannes der Computer beschlagnahmt. Wie Experten danach feststellten, waren einige Dateien gelöscht worden. Andere sind verschlüsselt und dem Gericht (noch) nicht zugänglich. Denn der Verdächtige kann sich - nach eigenen Angaben - einfach nicht mehr an sein Passwort erinnern. Was einschlägige Fotos betrifft, gibt es somit keine Beweise. Dafür stellten Kriminalisten aber Chat-Protokolle sicher, aus denen unmissverständlich hervorgehen soll, dass der Grazer - für den die Unschuldsvermutung gilt - einen regen Tauschhandel mit perversen Kinderbildern betrieben hätte.

"Abscheuliche Bilder sofort gelöscht"
Der Arzt, dessen Existenz im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung auf dem Spiel steht, streitet sämtliche Vorwürfe mit Nachdruck ab. Er gab lediglich ganz offen zu, dass er im Internet Nacktfotos, allerdings nur erlaubte, heruntergeladen habe. Manchmal seien auch "andere, abscheuliche Bilder" dabei gewesen, diese von ihm aber "selbstverständlich sofort gelöscht" worden.

Für die Grazer Staatsanwaltschaft reichen die Beweise jedenfalls aus, um Anklage zu erheben. Wie ein Sprecher des Landesgerichtes mitteilte, findet der Prozess am 21. November statt. Dem Angeklagten drohen bis zu drei Jahre Haft.

Von Werner Kopacka und Manfred Niederl, KronenZeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden