So, 18. Februar 2018

Fast ausgestorben

17.09.2008 16:58

Angler auf Kriegspfad gegen seltene Vogelart

Jetzt reichts den Vereinen BirdLife und Naturschutzbund! Weil der Landesfischereiverband nun auch noch gegen den total geschützten Gänsesäger mobil macht, kontern die Tierschützer: "Unsere Seen und Flüsse dürfen nicht als Fischzuchtanstalten missbraucht werden. Landesweit gibts 80 Gänsesägerpaare - aber 90.000 Fischer!"

"Die öffentlichen Gewässer haben vor allem ökologische Funktionen zu erfüllen, wie zum Beispiel die Erhaltung der bedrohten Artenvielfalt - und dazu gehören auch die Fischfresser. Der Landesfischereiverband verhindert mit seinem jahrelangen Kampf gegen Kormoran & Co dringend notwendige Maßnahmen zugunsten bedrohter Tierarten", ärgern sich BirdLife-Landesleiter Martin Brader und Naturschutzbundobmann Josef Limberger. Endgültig ist ihnen der Kragen geplatzt, als der Oö. Landesfischereiverband den seltenen Gänsesäger mit einem Brutbestand von etwa 80 Paaren als neue Gefahr für die Fischwelt darstellte, weil dieser Vogel gerne Jungfische frisst.

Landesfischer Karl Wögerbauer kontert, "ohne Zuchtfische wären die Gewässer leer" - die Oö. Krone bat ihn zum Interview.

Fischbesatz kostet im Jahr 1,5 Millionen
Fischfresser wie der Gänsesäger sind die natürlichen Feinde von Karl Wögerbauer, Chef des Oö. Landesfischereiverbandes.

Warum sind Ihnen die Kormorane, Otter, Biber und jetzt die Gänsesäger gar so ein Dorn im Auge?
Sie sind die größte Gefahr für den Fischbestand. Wir setzen jährlich um 1,5 Millionen Euro Zuchtfische aus, sonst wären die Flüsse und Seen leer. Ohne Fische würde es auch keine Vögel mehr geben.

Kritiker meinen aber, dass dann eben die Fischer weniger intensiv angeln müssten.
Von unseren 90.000 Fischereikartenbesitzern ist nur ein Drittel aktiv. Außerdem lasse ich mir nicht vorschreiben, was ich mit meinem Fischwasser tun darf.

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