Fr, 25. Mai 2018

Völkermord-Prozess

18.09.2008 19:48

Ex-Präsident Karadzic droht mit Hungerstreik

Der Ex-Präsident der bosnischen Republika Srpska will sich bei seinem Prozess in Den Haag nach wie vor selbst verteidigen und droht laut seinem Belgrader Rechtsberater mit einem Hungerstreik. "Ich bin nicht bereit, ein Objekt zu sein", sagte Karadzic am Mittwochnachmittag bei der dritten Anhörung vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. Er wolle "nicht andere Leute über Dinge entscheiden lassen, die mich angehen", betonte er.

Trotz gegenteiligen Ratschlags seines Beraters Toma Fila brachte Karadzic bei der Vorverhandlung neuerlich Kritik an der Strafverfolgung seines Falls durch das Haager Tribunal sowie die angebliche Existenz eines Geheimabkommens mit dem ehemaligen US-Beauftragten auf dem Balkan, Richard Holbrooke, vor.

Festnahme auf "Gestapo-Niveau"
Die Methoden, die zu seiner Festnahme in Belgrad führten, hätten "an Gestapo-Niveau" herangereicht, so der Angeklagte. "Bitte nutzen sie diese Kammer nicht, um Angelegenheiten anzusprechen, für die dieses Gericht nicht zuständig ist ", forderte daraufhin der Richter, "nur um vielleicht ein öffentliches Statement zu machen". Die Frage, ob das Haager Ad-hoc-Gericht für Karadzic zuständig sei, könnten nur höhere Stellen beantworten.

Zahlreiche Kriegsverbrechen
Der am 21. Juli in Belgrad verhaftete 63-Jährige muss sich vor dem UNO-Tribunal wegen Völkermordes in Srebrenica und weiterer Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995 verantworten. Karadzic ist bisher zweimal vor dem Haager Gericht aufgetreten, zur Anklage wollte er sich jedoch nicht äußern. Entsprechend den Tribunalsregeln gilt dies als Plädoyer auf unschuldig.

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