Mo, 19. Februar 2018

Hurrikan-Schäden

17.09.2008 10:55

USA setzen Embargo gegen Kuba aus

Washington hat wegen der jüngsten Hurrikan-Schäden umfangreiche Lebensmittelverkäufe an Kuba genehmigt, obwohl gegen den Karibikstaat ein US-Handelsembargo besteht. Wie die diplomatische Vertretung der USA in Havanna mitteilte, sollen "Agrarprodukte" im Wert von 250 Millionen Dollar (175 Mio. Euro) geliefert werden können. Darüber hinaus sei Nichtregierungsorganisationen gestattet worden, Hilfsgüter im Wert von zehn Millionen Dollar nach Kuba zu liefern.

Havanna hatte die USA aufgefordert, das seit 1962 bestehende Embargo für sechs Monate aufzuheben, um die Einfuhr von Baumaterialien zu ermöglichen. Die beiden jüngst über Kuba gezogenen Hurrikane "Gustav" und "Ike" sind laut einer Erklärung der kubanischen Regierung die "schlimmste" Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes.

Schäden von fünf Milliarden Dollar
Nach einer "vorläufigen Bilanz" belaufen sich die Schäden auf fünf Milliarden Dollar. 443.000 Wohnungen seien beschädigt und 63.000 zerstört worden. Am 30. August hatte "Gustav" den Westen Kubas heimgesucht, in der vergangenen Woche zog "Ike" über den Osten und das Zentrum. Von den elf Millionen Einwohnern wurden mehr als drei Millionen in Sicherheit gebracht.

Kuba nimmt wieder Dialog mit EU auf
Unterdessen kündigte Kuba an, den seit 2003 unterbrochenen politischen Dialog mit der Europäischen Union wieder aufnehmen zu wollen. Dies habe Havanna bereits am 3. September in einem in der Botschaft der französischen Ratspräsidentschaft hinterlegten Brief mitgeteilt, sagte der Repräsentant der EU in Havanna, Javier Nino.

Es sei die Reaktion der kubanischen Regierung auf die endgültige Aufhebung der europäischen Sanktionen gegen das karibische Land, die Brüssel 2003 nach der Inhaftierung von 75 Regimegegnern verhängt hatte. "Die Antwort war positiv", sagte der Diplomat. Sie sei aber noch nicht in Kuba öffentlich gemacht worden.

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