So, 18. Februar 2018

Teuerung im Detail

16.09.2008 18:09

Inflationsrate im August auf 3,7 Prozent gesunken

Es scheint, als könnten die Politiker die Teuerung derzeit ein klein wenig "niederreden" - doch es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Die Inflationsrate ist in Österreich im August weiter auf 3,7 Prozent zurückgegangen. Im Vormonat Juli machte die Preissteigerung allerdings 3,8 Prozent aus. Die Teuerungsrate für Pensionisten ist im August etwas mehr gesunken und macht nun 3,8 Prozent (vormals 4,1%) aus. Preistreiber sind vor allem die Ausgabengruppen "Verkehr" und "Lebensmittel".

Trotz der Preisrückgänge in jüngster Zeit verursachen die Ausgaben für Treibstoffe und Heizöl immer noch fast ein Drittel der Gesamtinflation. Als zweitstärkster Preistreiber erweisen sich die Nahrungsmittelpreise, die laut Statistik Austria weiterhin auf hohem Niveau verharren und ein Fünftel der Teuerung ausmachen.

Lebensmittel um 6,8% teurer
Laut den Daten der Statistik Austria stiegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke innerhalb eines Jahres um 6,4 Prozent. Als Preisdämpfer wirken sich derzeit nur die Ausgaben für "Nachrichtenübermittlung" (Telefon, Handy, Internet) aus, die um 5 Prozent zurückgingen. Die für die Euro-Zone harmonisierte Inflationsrat betrug im August 3,6 Prozent (Juli 3,8 Prozent).

Was um wieviel teurer geworden ist
Größter Preistreiber war im August die Ausgabengruppe "Verkehr". Sie verursachte fast ein Drittel der Gesamtinflation. Ausschlaggebend dafür waren nach wie vor die Treibstoffpreise, die fast für 0,8 Prozentpunkte der Gesamtinflation verantwortlich waren. Im Jahresabstand stiegen die Spritpreise um durchschnittlich 22 Prozent (Dieseltreibstoff +30 Prozent, Superbenzin +13 Prozent, Normalbenzin +15 Prozent). Der Einfluss der Treibstoffpreise auf die Inflation weist laut Statistik Austria zwar eine sinkende Tendenz auf (Juni 2008: +32 Prozent, Juli 2008: +25 Prozent), aber nach wie vor hoch sei er hoch. Auch Flugtickets, deren Preise von den Treibstoffpreisen beeinflusst werden, waren um 11 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Die Preise für "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" stiegen gegenüber August 2007 um durchschnittlich 6,4 Prozent und waren für etwas mehr als ein Fünftel der Inflationsrate verantwortlich, so die Statistik. Zurückzuführen war dies überwiegend auf die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln (durchschnittlich +6,6 Prozent), die etwa 0,7 Prozentpunkte zur Gesamtinflation beitrugen. Brot und Getreideerzeugnisse verzeichneten durchschnittliche Preisanstiege von 11 Prozent (Teigwaren +38 Prozent, Gebäck +10 Prozent, Spezialbrot und Weißbrot jeweils +9 Prozent, Butterkekse +16 Prozent, Nussgebäck +7 Prozent).

Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich im Jahresabstand um durchschnittliche 5 Prozent (Putenbrustfleisch +8 Prozent, Brathuhn +14 Prozent, Schweinsschnitzel +6 Prozent). Molkereiprodukte und Eier durchschnittlich um 8 Prozent. Die Preise von Vollmilch weisen im Jahresabstand einen durchschnittlichen Preisrückgang von 2 Prozent auf.

Immer noch hohe Preisanstiege wurden allerdings bei Käse beobachtet (durchschnittlich +15 Prozent; Gouda +16 Prozent, Emmentaler +13 Prozent, Frischkäse +17 Prozent, Camembert +13 Prozent, Mozzarella +17 Prozent). Schlagobers wurde um 6 Prozent, Fruchtjoghurt um 8 Prozent teurer. Eier kosteten insgesamt 11 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Süßes (Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren) verzeichnete insgesamt Preisanstiege von 6 Prozent, verursacht überwiegend durch deutliche Verteuerungen bei Vollmilchschokolade (+7 Prozent) und Schokoriegeln (+13 Prozent). Obst verteuerte sich durchschnittlich um 5 Prozent (Zitronen +37 Prozent, Äpfel +9 Prozent, Pfirsiche/Nektarinen +15 Prozent). Die Gemüsepreise stiegen insgesamt um 2 Prozent (Häuptelsalat +34 Prozent, Paprika +7 Prozent, jedoch Zwiebeln -28 Prozent, Kartoffeln -6 Prozent).

Alkoholfreie Getränke waren durchschnittlich um 5,5 Prozent teurer, wofür hauptsächlich die Preisentwicklung bei Orangensaft (+12 Prozent) und Bohnenkaffee (+11 Prozent) verantwortlich war.

Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (durchschnittlich +2,8 Prozent) verursachte etwa ein Siebentel der Jahresinflation. Das Heizöl, das im Jahresabstand um 40 Prozent teurer wurde, war für etwas mehr als die Hälfte der durchschnittlichen Preissteigerungen dieser Ausgabengruppe verantwortlich und verursachte 0,3 Prozentpunkte der Gesamtinflation. Die Preise für Strom und Gas stiegen im Jahresabstand jeweils um 1 Prozent, für Fernwärme um 3 Prozent. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich insgesamt um 4,3 Prozent. Die Betriebskosten für Wohnungen gingen um 2 Prozent zurück.

Einziger Inflationsdämpfer im Jahresabstand war wie schon in den Vormonaten die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (durchschnittlich -5,0 Prozent), wofür vor allem die Preisrückgänge bei Telefon- und Telefaxdiensten (insgesamt -4,5 Prozent; Internetentgelt -20 Prozent) verantwortlich waren. Aktionen einiger Mobilfunkanbieter führten in der Gruppe der Telefonapparate und Faxgeräte im Jahresabstand insgesamt zu starken Preisrückgängen (durchschnittlich -37,8 Prozent; Handys -49 Prozent).

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