Sa, 24. Februar 2018

Grippe-Schleudern

16.09.2008 11:08

Ärzte und Pflegepersonal verbreiten die Influenza

Wer während einer Influenza-Welle partout infiziert werden will, sollte sich in Europa schnellstens zum Arzt oder Pfleger seines Vertrauens begeben: Wie die neueste Umfrage der europäischen Impfstoffhersteller in elf Staaten unter 22.000 Befragten nämlich ergeben hat, waren in der vergangenen "Grippe-Saison" 2007/2008 in Europa nur zwischen 29 Prozent (Großbritannien) und neun Prozent (Polen) der Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft.

Der Händedruck, mit dem der Arzt in der Ordination begrüßt, die infizierte Ordinationshilfe, die "halbkranke" Krankenschwester im Spital - für die Verbreitung der Influenza gibt es nichts besseres. Doch schützen lassen sich die in Gesundheitsberufen tätigen Mitarbeiter offenbar kaum. In keinem einzigen an der Umfrage beteiligten Land (UK, Tschechien, Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Finnland, Irland, Italien und Polen) lag die Beteiligung an der Influenza-Impfung bei den Gesundheitsberufen über 30 Prozent.

Nur Rang sieben für österreichische Ärzte und Pfleger
An der Spitze lagen England und Wales mit 29 Prozent. Auch die tschechischen Ärzte und Pfleger beteiligten sich zu 28 Prozent an der Impfung (ebenso die Portugiesen). Deutschland und Österreich lagen mit 23 bzw. 22 Prozent an sechster und siebenter Stelle. In Österreich hatte sich die Rate der Geimpften im Gesundheitswesen allerdings im Vergleich zum vorangegangenen Jahr um fünf Prozentpunkte erhöht. Für das Jahr 2010 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Beteiligung an der Influenza-Impfung von 75 Prozent gefordert.

Österreicher erweisen sich als Impfmuffel
Schätzungen zufolge dürften bei einer stärkeren Influenza-Welle in Österreich bis zu 6.000 Menschen der heimtückischen Krankheit zum Opfer fallen. Besonders gefährdet sind Menschen über 65 Jahre. Doch auch hier schneiden viele Länder schlecht ab, selbst wenn die Impfraten wesentlich höher als bei den Gesundheitsberufen sind.

So waren in der vergangenen Influenza-Saison in England und Wales 78 Prozent der über 65-Jährigen immunisiert, in Frankreich waren es 69 Prozent (zweiter Platz), in Italien (6.) noch immer 60 Prozent. Österreich landete mit 37 Prozent (kein Fortschritt gegenüber 2006/2007) an drittletzter Stelle. Am Schluss der Rangliste: Polen mit 16 Prozent.

Impfungen bei unter 65-Jährigen gesunken
Auch bei den unter 65-Jährigen liegt Österreich mit 19 Prozent Beteiligung an drittletzter Stelle (Schlusslicht Polen: elf Prozent). An der Spitze standen das Vereinte Königreich (54 Prozent) und Italien (42 Prozent). In Österreich hat die Beteiligung dieser Altersgruppe an der Influenza-Impfung übrigens von 2006/2007 von 24 auf zuletzt 19 Prozent abgenommen.

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