So, 25. Februar 2018

Am Mittwoch Frost

16.09.2008 16:00

Tief "Hanna" sorgt in Kärnten für Abkühlung

Zahlreiche Berge in Kärnten tragen bereits eine weiße Haube. Dafür ist das Tief "Hanna" verantwortlich, das für merkliche Abkühlung und in den Niederungen für Regen gesorgt hat. Vergangenen Freitag fegten heftige Unwetter übers Land, die einen Millionenschaden anrichteten. Die Aufräumarbeiten waren am Wochenende noch im Gange. Auf der Großglocknerstraße galt am Montag sogar Kettenpflicht. Und die Meteorologen warnen: "In den kommenden Nächten könnte es sogar Reif geben!"

Ein Kaltlufteinbruch im September ist für Meteorologen nichts Ungewöhnliches. Dennoch kommt für viele Kärntner die plötzliche Abkühlung ein wenig zu früh. Auf dem Sonnblick, der Villacher Alpe sowie auf dem Glockner wurden die ersten Schneefälle in diesem Herbst verzeichnet.

Weitere Schneefälle
"Im Vorjahr brachte ein Tief auf dem Sonnblick insgesamt sogar 65 Zentimeter Neuschnee", erinnert sich Meteorologe Paul Rainer. Auf dem Tauernhauptkamm muss in den nächsten Tagen mit weiteren Schneefällen gerechnet werden.

Am Mittwoch Reif
Das Tief "Hanna" brachte aber auch in den Niederungen merkliche Abkühlung. Rainer: "Mittwochfrüh rechnen wir damit, dass in einigen Tälern bereits Reif liegen könnte". Ein stabiles Hoch ist auf den Wetterkarten weiterhin nicht zu sehen. Es wird zwar schöner, doch bleibt es für die Jahreszeit merklich zu kühl. Die Tageshöchstwerte werden um 15 Grad liegen.

September war zu warm
Dafür wurden Sonnenhungrige in den ersten zwei Septemberwochen verwöhnt: Die Temperaturen lagen mit sommerlichen 25 bis 28 Grad deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. "Für den September sind Tageswerte im Bereich von etwa 20 Grad normal. Bisher war es also um durchschnittlich vier Grad zu warm", erklärt Rainer.

Unwetter in Mittelkärnten
Vergangenen Freitag änderte sich dann das Wetter innerhalb von Stunden. "Hanna" zog mit schweren Unwettern ins Land und richtete in Teilen Kärntens Millionenschäden an. Besonders stark betroffen waren neben dem Metnitztal das Gurktal und der Raum St. Veit/Glan. Zahlreiche Murenabgänge verlegten Straßen und wälzten sich in Keller von Häusern. Bei Weitensfeld trat der Zweinitzbach aus seinen Ufern und richtete großen Sachschaden an.

Haus unter Wasser
In Oberhof stand das Haus eines älteren Ehepaares bis zu einem Meter tief unter Wasser. "Wir haben die zwei im ersten Stock in Sicherheit gebracht. Schon heute waren Verwandte und ein Feuerwehrmann da, um das Haus mit einem Hochdruckreiniger zu säubern", erzählt Erwin Wurzer von der Freiwilligen Feuerwehr Metnitz.

Schneepflug musste ausrücken
Heftige Hagelschauer sorgten auch dafür, dass die Straßen bis zu 25 Zentimeter hoch mit Hagelkörnern verlegt waren. "Die Straßenmeisterei rückte mit dem Schneepflug aus, um die Fahrbahnen zu befreien", schildert Wurzer.

Fotos vom Unwetter findest du in der Infobox!

Auto von den Wassermassen mitgerissen
Ein 71-jähriger Bauer, der gerade mit seinem Auto unterwegs war, wurde von den Wassermassen mitgerissen. Ein anderer Landwirt sicherte das Fahrzeug mit seinem Traktor und brachte den Lenker in Sicherheit. Beide wurden anschließend vom Rettungshubschrauber aus der Gefahrenzone geborgen. In der Ortschaft Zweinitz musste die Feuerwehr eine 86 Jahre alte Frau aus ihrem Haus bergen, das ebenfalls überflutet worden war. Die Pensionistin blieb ebenso unverletzt wie der Landwirt.

Auch in Oberkärnten haben die heftigen Gewitter Schaden angerichtet. Die Drautal-Bundesstraße B 100 musste bei Sachsenburg kurzfristig für den gesamten Verkehr gesperrt werden, weil zahlreiche Bäche über die Ufer getreten waren.

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