Mo, 20. November 2017

Respekt!

15.09.2008 09:13

Brucknerfest eröffnet mit nachdenklichen Tönen

Bei der Eröffnung des diesjährigen Brucknerfestes Linz sind am Sonntag im Brucknerhaus zahlreiche nachdenkliche Töne erklungen. Die Festrednerin, die in der Türkei geborene deutsche Schauspielerin Renan Demirkan forderte in ihren Gedanken über die Zukunft der Menschen "Utopie mit Respekt" - so auch der Titel ihrer Rede.

SPÖ-Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die die Eröffnung vornahm, machte darauf aufmerksam, dass am Montag erstmals der von Vereinten Nationen ausgerufene Tag der Demokratie sei. Freiheit der Kunst, freie Meinungsäußerung, Demokratie und freier Parlamentarismus seien keine Selbstverständlichkeit. Es seien die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und in unsere Zeit richtig einzuordnen. Deshalb sei auch die Bezeichnung des Parlaments und anderer gesetzgebenden Institutionen beispielsweise als "Quatschbude" abzulehnen. Sie sprach sich auch gegen ein Ende der Bemühungen zur Rückgabe von geraubter Kunst aus. Sie sei Verpflichtung, so aufwendig dies auch sei.

Vorbote für Linz09
Die Eröffnung gilt als ein "Vorbote" für Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009. Prammer begrüßte, dass im geplanten Programm eine Verknüpfung von Kunst und Zeitgeschichte erfolge, etwa mit der Ausstellung "Linz Kulturhauptstadt des Führers". Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer sprach von einem großen Schub durch "Linz09". Das sei Auszeichnung für das Geleistete vonseiten Europas, das den Titel vergebe. Aber auch einmalige Chance. Das Jahr werde zum Anlass genommen, Kultur ganz bewusst zum Thema zu machen und sich neuen Herausforderungen in Richtung Internationalisierung zu stellen.

Respektvolles Miteinander
Demirkan bedauerte, dass der Mensch der Moderne nicht nur von sich selbst entfremdet, sondern auch noch entseelt worden sei. Als Gegenrezept nannte sie die Utopie, dass ein anderes respektvolles Miteinander machbar sei. Das sollte als eine "Schutzimpfung" gegen Verwahrlosung von Mensch und Kultur wirken. Respekt wolle die Wiederherstellung eines ganzheitlichen Verstehens auf der Grundlage der Freiheit aller.

Klassisch anders
Das diesjährige Linzer Brucknerfest trägt erneut das Motto "klassisch anders". Die Werke Anton Bruckners stehen zwar im Mittelpunkt, darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Veranstaltungsangebot das neben Klassik auch Jazz, Tanz, eine konzertante Oper, zeitgenössische Musik sowie einen Ausflug zum Schloss Steyregg umfasst. Bis 4. Oktober 2008 finden 20 Veranstaltungen statt, in erster Linie im Linzer Brucknerhaus, aber auch in mehreren Linzer Kirchen, in der Basilika von St. Florian, im Kulturzentrum Posthof. Das Eröffnungskonzert Sonntagabend wird live als Klassische Linzer Klangwolke in den Donaupark übertragen. Das Bruckner Orchester unter seinem Chefdirigenten Dennis Russel Davies spielt die Symphonie Nr. 1 E-Dur von Hans Rott, einem Schüler von Anton Bruckner.

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