Mo, 23. Oktober 2017

Oö. Finanzlösung?

14.09.2008 19:22

Energie AG soll Anteile an Oberbank kaufen

Dass unsere italienische Bank Austria ihre heimischen Oberbank-Anteile verkaufen muss, ist nicht neu, dass sich jedoch die mehrheitlich landeseigene oberösterreichische Energie AG einkaufen will, schon: Dieser sensationelle dreistellige Millionen-Deal soll von den Landesfürsten, Strombaronen und Bankbossen bereits klammheimlich ausverhandelt worden sein.

"Stabilität braucht Bewegung" heißt der Titel des Geschäftsberichtes 07 der Oberbank, in dem ein neuerliches Rekordergebnis gefeiert wird: Der Jahresüberschuss vor Steuern wurde um 20,8 Prozent auf 112,9 Millionen Euro gesteigert, der Aktienkurs sogar um 42 Prozent erhöht. Doch die größte Einzelaktionärin, die CABO-Beteiligungsgesellschaft der Bank Austria Creditanstalt, muss ihre 32,9 Prozent Stammaktien und ihre 29-prozentige Beteiligung um 400 Millionen Euro verkaufen, weil ihre italienische Mutter UniCredit angeblich zwei Milliarden Euro Sonder-Dividende ausschütten will.

Wie bei der Voest-Privatisierung und beim Energie-AG-Plan B
wurde wieder eine oberösterreichische Lösung gesucht. Raiffeisen bekundete ebenso Interesse wie der mehrheitlich landeseigene Stromlieferant und Abfallentsorger, der seine frisch gefüllte Kriegskasse offenbar nicht nur im Osten leeren will: Dreistellige Millionenbeträge können in der Oberbank nicht nur vielversprechend gewinnbringend angelegt werden, sondern auch den Einfluss des Finanzreferenten im Geldgeschäft stärken. Aber das werden seine Politkontrahenten nicht ganz so rosig sehen: Abzocke, Rekordgewinne und Preissteigerungen sind schließlich derzeit heiße Wahlkampfthemen.

Von Richard Schmitt, Oö. Krone

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