Mo, 19. Februar 2018

Sender macht Krieg

13.09.2008 20:03

Irakisches Staats-TV mit Schuld an Morden

Nach der Entführung und Tötung von vier seiner Mitarbeitern in der nordirakischen Stadt Mossul hat der unabhängige irakische Fernsehsender Sender Charkia dem Regierungskanal Al-Irakija die „ethische und moralische Verantwortung für dieses Verbrechen“ gegeben. Das Staats-TV solle eine Verleumdungskampagne gegen Charkia-Mitarbeiter geführt haben, weil diese Misstände in der pro-amerikanischen Regierung des Landes aufgedeckt hatten. Bei zwei Anschlägen in Baakuba und Bagdad waren mindestens zehn Menschen getötet worden.

„Der Regierungskanal und diejenigen, die dahinter stecken, tragen die Verantwortung“, sagte Charkia-Chefredakteur Ali Wadjih in Dubai der Agence France Presse. Der amtliche Sender Al-Irakija habe nach einem Bericht Charkias über Folter in irakischen Gefängnissen eine Verleumdungskampagne gegen den Sender geführt, um „Druck auf Journalisten unabhängiger Medien auszuüben“. „Es ist bedauerlich, dass staatliche Kanäle dazu benutzt werden, unabhängige Sender anzugreifen“, sagte Wadschih weiter.

Reporter verteilten Lebensmittel
Die vier Mitarbeiter von Charkia - der Leiter der Redaktionsbüros in Mosul, zwei Kameramänner sowie der Fahrer des Teams - waren nach Angaben von Sicherheitskräften am Samstagmittag im Stadtviertel Al-Sendjili im Zentrum gekidnappt worden, wo sie eine Sendung aufzeichnen wollten. Dem Sender zufolge wollten sie dabei Geschenke und Lebensmittel für das Fastenbrechen an arme Familien verteilen. Wenige Stunden später wurden ihre Leichen mit Kopfschüssen in einem anderen Stadtviertel gefunden. Der getötete Büroleiter war der Sohn eines irakischen Parlamentsabgeordneten.

Bei den Tätern handle es sich um „obskure Kräfte, die versuchen, die Sicherheit im Irak zu ruinieren und die Meinungsfreiheit zu knebeln“, ließ der in London ansässige Sender Charkia wissen.  Das rund 350 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegene Mosul gilt als Hochburg des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida.

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