Di, 22. Mai 2018

Rache an Sturm

12.09.2008 16:08

Ex-Sportdirektor Hörmann rechnet mit Grazern ab

Es hat lange gedauert, bis sich Walter Hörmann über seinen Rücktritt als Sportdirektor von Sturm Graz geäußert hat. Der 46-Jährige hatte am 27. Juni das Handtuch geworfen und die Kündigung eingereicht. Am Freitag nannte Hörmann im Rahmen einer Pressekonferenz ausgebliebene Änderungen der Vereinsstruktur als Grund für den Rücktritt. "Die ehrenamtliche Vereinsmeierei in ganz Österreich ist untragbar. Das muss professioneller werden", kritisierte Hörmann, der am 1. Oktober vom Deutschen Oliver Kreuzer in der Funktion des Sturm-Sportdirektors beerbt wird.

"Man kann ja Sturm nicht mit der gleichen Vereinsstruktur führen wie den SC Kalsdorf (Provinzclub in der Nähe von Graz, Anm.)", ätzte Hörmann, der am Samstag seinen 47. Geburtstag feiert. "Ich will aber keine Schmutzwäsche waschen", versicherte der Steirer, um wenig später erneut heftige Kritik zu üben: "Mir wurden aber vom Vereinsvorstand bei der Erfüllung vertraglich zugesicherter Aufgaben Steine in den Weg gelegt."

Bereits Tage vor Hörmanns Dienstantritt in Graz am 1. Februar 2007 hatte sich in einer Generalversammlung abgezeichnet, dass dem Wunsch des Grazers nach einer Ablösung des ehrenamtlichen Präsidiums durch zwei von ihm geforderte "hauptamtliche Geschäftsführer" für Sport und Wirtschaft so schnell nicht Folge geleistet wird. "Das wurde mir aber zugesichert", behauptete Hörmann, der sich mit dem Konzept "Der stürmische Weg zur Spitze" beworben hatte. Der Ex-Nationalspieler wechselte dennoch nach Graz, in der Hoffnung als Sportdirektor "alles auf Linie zu bringen".

Trainer Foda nicht der Grund für Rücktritt
Der berufliche Bruch mit Sturm habe jedenfalls nicht an der medial als angespannt dargestellten Beziehung zwischen ihm und Coach Franco Foda gelegen: "Anfangs war es schwierig mit Foda. Wir sind aber bald auf einen Nenner gekommen. Letztlich war die Zusammenarbeit sehr gut. Der Erfolg von Sturm ist ausschließlich ihm zuzuschreiben. Er führt praktisch den Verein. Ich fürchte aber, wenn er Sturm verlässt, könnte es wieder abwärts gehen."

Sein Zuwarten mit einer öffentlichen Stellungnahme zu seinem Rücktritt erklärte Hörmann mit der erst Ende August abgelaufenen Kündigungsfrist. Seit 1. September ist Hörmann arbeitslos, führt aber Gespräche mit "einigen Vereinen".

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