Sa, 26. Mai 2018

Kostenloses Wasser

12.09.2008 15:06

Fang den Regen ein!

Alle reden von der Erdölknappheit. Viel weniger beachtet wird die Frage nach den Wasservorräten dieser Welt. Und da sieht es bei weitem nicht so gut aus wie wir im „trinkwasserverwöhnten“ Österreich gemeinhin annehmen. Sinnvoll ist es daher, rechtzeitig auch beim Wasser auf einen verantwortungsvollen und vernünftigen Umgang mit dieser lebensnotwendigen Ressource umzusteigen. Zum Beispiel durch verstärkte Regenwassernutzung.

Erst vor kurzem wurde der zweite Teil des 4. UNO-Klimaberichtes veröffentlicht, an dessen Erstellung rund 2.000 Wissenschafter aus aller Welt mitgearbeitet haben. Bereits für das Jahr 2020 wird ein weltweiter Wassermangel vorausgesagt, von dem nach neuesten Schätzungen zwischen 400 und 1,7 Milliarden Menschen akut betroffen sein werden. Und zwei Drittel der Weltbevölkerung werden bis dahin zumindest unter „Wasserstress“ leiden.

Was kümmert's Österreich?!
Weltweit ist der Wasserverbrauch in den vergangenen 100 Jahren drastisch angestiegen. Dabei wird rund 70 Prozent des weltweiten Trinkwassers aus Seen oder Flüssen für die Landwirtschaft verwendet (Quelle: FAO – Food and agriculture organization of the united nations).

Es steht zwar fest, dass das glückliche Österreich derzeit (noch) nicht unmittelbar von den Auswirkungen der weltweiten Wasserknappheit betroffen ist, trotzdem ist es mehr als vernünftig, sich bereits heute mit Maßnahmen eines nachhaltigen und vernünftigen Wassermanagements für die Zukunft auseinandersetzen.

Denn Änderungen können sich rascher ergeben, als einem lieb (und leistbar) ist: Auch in den vielen Haushalten, die vor Jahren in Ölheizungen investiert haben, rechnete kaum ein Konsument mit diesem mehr als deutlichen Kostenanstieg in verhältnismäßig kurzer Zeit.

Und: Es gibt weltweit mehr Erdöl- als Wasserreserven und das Erdöl entwickelte sich erst im Zuge der Industrialisierung zum „Hauptnerv“ der Wirtschaft. Ohne Wasser ist aber kein Leben möglich.

Regenwassernutzung
Täglich verbraucht jeder Mensch etwa 130 Liter Frischwasser. Fast die Hälfte davon wird zum Wäschewaschen, zur Toilettenspülung oder Gartenbewässerung verwendet. Eigentlich schade darum!

Mit entsprechenden Anlagen kann kostenloses Regenwasser gesammelt und überall dort eingesetzt werden, wo keine Trinkwasserqualität benötigt wird.

Im Prinzip besteht eine Regenwassernutzungsanlage aus einem vom Trinkwasser streng getrenntem Leitungssystem, einem Regenwasserspeicher und einer Pumpe. Das über die Dachfläche gesammelte Wasser gelangt über Fallrohre und Filter in einen Speicher aus Kunststoff oder – besser – Beton. Betonzisternen können „saures“ Regenwasser fast neutralisieren.

Der Speicher selbst befindet sich meist im Garten unter der Erde, kann aber auch im Keller aufgestellt werden. Aber Achtung: Keinesfalls unter den Schlafräumen die Pumpe aufstellen, auch schallgedämmte Pumpen verursachen u.U. noch Lärm, der sich über Schallbrücken (Wände) übertragen kann.

In regenarmen Zeiten wird automatisch Trinkwasser nachgespeist, so dass stets ausreichend Speicherwasser vorhanden ist.

Kräftige Vorteile…
Eine gute Regenwassernutzung bietet eine Reihe von Vorteilen, nicht nur für den einzelnen Haushalt: Bei starken Regenfällen werden Kanalisation und Kläranlagen entlastet. Und ein ganz besonderes Plus: Regenwassernutzungsanlagen tragen auch zur Senkung der Hochwassergefahr bei.

Ausreichend ist die Wasserqualität des gespeicherten Regenwassers für die Anwendung bei Toilettenspülung, Waschmaschine oder Gartenbewässerung sowie für Reinigungszwecke.

Neben der Schonung von Trinkwasserreserven bietet die Nutzung von kostenlosem Regenwasser auch noch eine Reihe anderer Vorteile: So findet etwa bei der Toilette keine Urinsteinbildung mehr statt, bei der Waschmaschine lassen sich durch das „weiche“ Regenwasser bis zu 50 Prozent Waschmittel einsparen und darüber hinaus wird die Verkalkung des Gerätes verhindert bzw. stark reduziert. Geradezu eine Wohltat ist Regenwassernutzung für Pflanzen, da sie aktiv die Aufnahme von wertvollen Mineralien unterstützt.

… und einige Nachteile
Leider übersteigen die Anschaffungskosten heute noch das mögliche Einsparungspotenzial. So rasch wird sich die Anlage also rein wirtschaftlich betrachtet nicht rechnen. Dazu kommt, dass es zwar auch günstigere Modelle für den (teilweisen) Selbstbau gibt, doch eine fachmännische Beratung ist massiv zu empfehlen, denn eine strikte Trennung der Regenwasser- von der Trinkwasserleitung ist schon aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen unumgänglich.

Fazit: Fest steht also, dass die einfache Rechnung „Hier Anschaffungskosten, da sehr rasche Amortisation“, die man leicht für viele umweltfreundliche Produkte und Maßnahmen aufstellen kann, bei der Regenwassernutzung nicht funktioniert.

Andererseits jedoch ist angesichts der weltweiten Wassermangel-Prognosen nicht auszuschließen, dass sich in den kommenden Jahren auch Wasser kräftig verteuern kann. Mit einer solchen „Regenwassernutzungsanlage“ ist man in vielen Bereichen von diesen Kostenentwicklungen unabhängig. Und last, but not least: Der Umwelt wird Gutes getan und wertvolle Wasserreserven geschont  und das sollte durchaus auch einige Euros wert sein!

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