Fr, 23. Februar 2018

Molterer in XXL

10.09.2008 14:37

ÖVP plakatiert sich jetzt als "besser Wahl"

Im dritten Anlauf hat es ÖVP-Chef Wilhelm Molterer auf die Wahlplakate der ÖVP geschafft - und das gleich in XXL-Variante. Die Front eines Parkhauses in der Nähe des Wiener Südbahnhofes ist seit wenigen Tagen fast zur Gänze in "Willi" gekleidet. Der Slogan zielt voll auf die Faymann-Plakate der SPÖ ab. Während es dort "Die neue Wahl" heißt, plakatiert sich die ÖVP jetzt als "bessere Wahl". ÖVP-Generalsekretär Missethon wartete bei der Präsentation der Sujets auch mit einer direkten, schweren Attacke auf Faymann auf: Er äußerte den Verdacht, dass Faymann einen Deal mit dem Geschäftsmann Martin Schlaff geschlossen und die SPÖ-Politik damit von dem Investor abhängig sei. Schlaff wolle Gusenbauer zum Außenminister machen, hieß es.

Auf den neuen Großplakaten der ÖVP werden erstmals nicht Inhalte mit viel Text transportiert, sondern Spitzenkandidat Wilhelm Molterer ist darauf groß abgebildet. Auf einem Plakat lautet der Text dazu „Gibt Sicherheit“, „Die bessere Wahl“ und auf einem anderen „Hält Wort“. Missethon erklärte dazu, die ÖVP verstärke jetzt den Einsatz und nehme den Kampf gegen die in den Umfragen führende SPÖ auf. Mit den Wahlkampfauftakt am vergangenen Freitag sei „ein Ruck durch die Partei gegangen“.

„Wie breit und wie dicht ist der Faymann-Filz?“
Einen Ruck in anderer Form vermutet Missethon indes bei der SPÖ. Es war zuletzt spekuliert worden, dass Milliardär Martin Schlaff als persönlicher Freund von Demnächst-Alt-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer den SPÖ-Wahlkampf mitfinanzieren könnte. Missethon vermutete nun in der Pressekonferenz, dass der Investor Druck machen könnte für einen Außenminister Gusenbauer in der nächsten Regierung. „Wie breit und wie dicht ist der Faymann-Filz?“, wollte der ÖVP-Generalsekretär wissen und forderte den SPÖ-Vorsitzenden auf: „Legen sie die Karten auf den Tisch, und zwar noch vor der Wahl, Herr Faymann.“ Gebe es Absprachen, „kommt Gusenbauer durch die Hintertür in die Regierung?“

"Wachteleier-Hummer-Koalition"
Aber damit nicht genug der Attacken auf Faymann: Das Fünf-Punkte-Programm der SPÖ gegen die Teuerung sei „ein fünfgängiges Menü“, das der Steuerzahler bezahlen müsse. Faymann agiere damit wie ein „politischer Zechpreller“, sagte Missethon. Die SPÖ verspreche jeder Gruppe alles, nur um Stimmen zu bekommen, sie versuche „die Menschen zu täuschen“.  Nach Ansicht des ÖVP-Generalsekretärs gehe es am 28. September um eine Richtungswahl: Die SPÖ stehe für eine "Wachteleier-Hummer-Koalition", für neue Steuern, für eine Krise am Arbeitsmarkt, die ÖVP hingegen für ein verantwortungsvolles Regieren, für ehrliche Entlastung und einen sicheren Kurs.

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