Fr, 15. Dezember 2017

Unis schlagen Alarm

08.09.2008 13:02

"Beer Pong" - Komasaufen auf Amerikanisch

„Beer Pong“ ist Tischtennis plus Alkohol und auf US-Unis der heißeste Partytrend. Doch nun schlagen die Unis Alarm: Das Spiel sei nichts mehr als eine weitere Gelegenheit, sich gemeinsam unter den Tisch zu saufen. In Yale setzte es schon ein Verbot.

„Wenn du das Spiel verlierst, wirst du betrunken. Wenn du gewinnst, kannst du noch einmal spielen“, sagt Studentin Courtney King, die jedes Wochenende „Beer Pong“ spielt. Quer durch die US-amerikanischen Universitäten hat das bierige Trendspiel, früher auch als „Beirut“ bekannt, seinen Siegeszug angetreten.

Die Regeln? Der Ball soll in die auf den Tischtennistisch gestellten Bierbecher geschlagen werden. Gelingt der Versuch, muss der Gegner den Becher austrinken. Wer alle sechs auf seiner Spielhälfte aufgestellten Becher ausgetrunken hat, ist nicht nur betrunken, sondern hat auch verloren.

Catherine Felix vom Gesundheitsbüro der kalifornischen Universität Chico ist von der neuen „Trendsportart“ wenig begeistert: „Diese Menge an Alkohol ist nicht mehr gesund“, sagte sie der Uni-Zeitung „Orion“. Die Universität hatte fünf Alkoholtote seit 2000 zu verzeichnen und bemüht sich nun, ihre Studenten zu maßvollem Umgang mit Alkohol anzuhalten. „Immer wenn jemand Alkohol trinkt und das in einen Wettbewerb oder in ein Spiel verwandelt, ist das Komasaufen, nicht geselliges Trinken“, warnt Felix. In Chico tröstet man sich damit, dass zumindest kein harter Alkohol im Spiel sei.  Andere Universitäten, darunter die prestigereiche Uni in Yale, haben „Beer Pong“ gleich ganz verbannt.

Tausende Videos auf YouTube, Websites und eine richtige Turnier-Szene ziehen unterdessen immer mehr Fans an. Wie die „Daily News“ berichten, hat vor wenigen Tagen sogar Superstar Billy Joel den Schläger geschwungen – er spielte eine Partie mit Immobilienerbin Ivanka Trump.

„Amerikaner sind von Natur aus sehr wettbewerbshungrig. Nicht jeder ist gut in Sport, aber viele möchten trotzdem um etwas spielen. Das ist der Grund, warum ich das Spiel liebe“, so William Gaines zum „Miami Herald“. Mit Bedenken halten sich Gaines und seine Mitstreiter nicht lange auf: Sie richten seit 2001 eine „Beer Pong“-Weltmeisterschaft aus, Geschicklichkeit und Ballgefühl sollen zählen. Beim letzten Mal kämpften fast 300 Teams aus 38 Bundesstaaten gegeneinander. Hauptgewinn: stolze 50.000 Dollar.

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