Mi, 23. Mai 2018

Lebensenergie

21.01.2009 15:59

Gesundheits-Wissen der Shaolin

In der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM) gilt ein Mensch nur dann als gesund, wenn seine Lebensenergie, das Qi, ungehindert fließen kann und im Gleichgewicht ist. Das zentrale Element dieser 2.000 Jahre alten Heilkunst ist deshalb auch die Vorbeugung von Krankheiten, indem Blockaden im Energiefluss gelöst werden, bevor sie zu ernstlichen Erkrankungen führen. Perfektioniert wurde dieses Wissen um die Erhaltung der Gesundheit von den Mönchen des berühmten Shaolin-Klosters in der chinesischen Provinz Henan im Herzen Chinas.

Die TCM kennt mehrere Methoden, um den Körper im Gleichgewicht zu halten oder zu bringen. Dazu gehören:

  • die Akupunktur, bei der auf Energiepunkte Druck ausgeübt wird,
  • Massagen, bei denen ebenfalls die Akupunkturpunkte gereizt werden,
  • die Kräutermedizin und Ernährungslehre nach den fünf Elementen,
  • und, als „Königsweg der Vorbeugung“, die Atem- und Bewegungsübungen der sanften Kampftechnik Qi Gong, aus der die Shaolin die Verteidigungsart des Gong Fu oder Kung Fu entwickelt haben.

Alle Techniken dienen dazu, auf ausgewählte Energiepunkte Reize auszuüben und so den Energiefluss zwischen Yin (ruhender Kraft) und Yang (aktiver Kraft) zu harmonisieren. 

Wir nutzen nur 20 Prozent unseres Atems
Die Kampfmönche im Shaolin-Kloster leben das umfangreiche TCM-Gesundheitswissen um die Lebensenergie seit Jahrhunderten und haben es für ihre Bedürfnisse weiterentwickelt. Fehlt es uns an Qi, so die Meinung, führt das zu Antriebslosigkeit, verminderter körperlicher Kraft, Depressionen, Pessimus oder körperlichen Symptomen wie Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen.

Die Shaolin sagen, dass wir Menschen im Westen nur 20 Prozent unseres Atems nutzen und so unser Leben verkürzen. Die Übungsformen des Qi Gong sind ein Weg, das Lungenvolumen zu steigern, so zu mehr Gesundheit zu gelangen und das Leben zu verlängern. Qi Gong bedeutet frei übersetzt in etwa Energie (Qi) und Arbeit (Gong), also Energiearbeit. Der Legende nach hat so mancher Mönch durch die Übungen bei bester Gesundheit das stolze Alter von 108 Jahren erreicht.

Quiang Liu (Foto oben), ein Shaolin-Qi-Gong-Meister der hohen Klasse, rät Anfängern dazu, täglich zu üben und sich besonders dem Atem zu widmen. Außerdem empfiehlt er, niemals nach dem Essen zu üben. Dadurch würden sich die positiven Effekte ins Gegenteil umwandeln und den Körper vergiften.

Atem-Übung des Meisters
Hier eine Atemübung des Meisters, der sein Können bis November im Thermenhotel „Larimar“ im burgenländischen Stegersbach weitergibt:

Stell dich zuerst mit geschlossenen Beinen gerade hin. Die Hände baumeln neben deinen Hüften. Mach dann mit deinem linken Bein einen kurzen, bogenförmigen Schritt nach links, so dass du hüftbreit dastehst. Verschränke nun die Finger deiner Hände vor deinem Bauch, zirka drei Finger breit unter dem Nabel, ineinander und lege die Daumenkuppen aufeinander. Nun schließ die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Fang an, ganz langsam durch die Nase einzuatmen. Während der ganzen Übung solltest du nur durch die Nase atmen, die Zunge liegt am Gaumen.

Dein Atem beginnt im Bauch, an der Stelle an der deine Hände sich befinden. Den Bauch einziehen. Nun führe deine Hände mit den Handflächen nach oben vor dem Körper gemeinsam mit deinem Atem nach oben. Deine Brust wölbt sich vom Atem. Wenn deine Hände vor der Brust angekommen sind, bewege deine Daumen in Richtung Brust und drehe deine Handflächen nach außen. Du atmest noch immer ein. Führe deine Hände nun über den Kopf, strecke deine Arme nach hinten aus. Leg deinen Kopf in den Nacken. Nach etwa drei Sekunden in dieser Position beginne mit dem Ausatmen. Führe deine Arme dabei seitlich vom Körper wie ausgebreitete Flügel, die du anlegen willst, zurück nach unten zurück zur Ausgangsposition. Mach die Übung sechs Mal.

Das Qi sitzt im Bauch
Noch ein Tipp: Das Qi, also die Lebensenergie, sitzt laut Meister Liu drei Finger breit unter dem Bauchnabel. Um es zu stimulieren, legen Frauen die rechte Hand auf diesen Bereich des Bauches, die linke Hand wird darübergelegt, mit ihr wird nun Druck auf den Bauch ausgeübt. Männer machen es umgekehrt.

von Pamela Stolz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden