Sa, 24. Februar 2018

Ton wird schärfer

03.09.2008 16:33

Republikaner reiten erste Attacken gegen Obama

Nach einem gedämpften Auftakt wegen des Hurrikans "Gustav" ist der Wahlparteitag der US-Republikaner nun doch noch in Schwung gekommen. Präsident George W. Bush würdigte am Dienstagabend (Ortszeit) in einer per Satellit übertragenen Rede an die Delegierten in Minneapolis-St. Paul im Bundesstaat Minnesota den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain als Schützer Amerikas und "richtigen Mann" für die Nation. Zugleich kam es auch zu den ersten scharfen Parteitagsattacken gegen den demokratischen Spitzenbewerber Barack Obama. Der einstige demokratische und jetzt unabhängige Senator sowie enge McCain-Freund Joe Lieberman bezeichnete ihn als den "politisch unerfahrensten" Kandidaten der Geschichte.

Das Programm am Dienstag stand unter dem Motto "Dienst (an unserem Land)" und war über weite Strecken McCains Verdiensten als Soldat und Gefangener im Vietnamkrieg sowie seiner langjährigen Amtszeit als Senator gewidmet. Bush, dessen Rede aus dem Weißen Haus übertragen und von First Lady Laura Bush eingeleitet wurde, sagte, das Leben habe McCain darauf vorbereitet, wenn nötig auch harte Entscheidungen zu fällen. "Er ist fähig, diese Nation zu führen."

In seiner Rede ging er vor allem auf sicherheitspolitische Themen ein. "Wir brauchen einen Präsidenten, der die Lektionen des 11. September 2001 gelernt hat: Um Amerika zu schützen, müssen wir in der Offensive bleiben, Angriffe stoppen, bevor sie passieren, und nicht darauf warten, wieder getroffen zu werden. Der Mann, den wir brauchen, ist John McCain", sagte der Amtsinhaber.

Er sei zudem ein unabhängiger Mann, "der eigenständig denkt", stellte Bush weiter heraus. McCain habe keine Furcht, es zu sagen, "wenn er anderer Ansicht ist". Als Beispiel für den "Mut" des Kandidaten nannte der Präsident McCains starke Unterstützung für seine Entscheidung im vergangenen Jahr, die Truppen im Irak aufzustocken.

Bush äußerte sich weiter optimistisch über die Erfolgsaussichten von McCain und dessen Vizekandidatin Sarah Palin bei der Präsidentschaftswahl am 4. November. Wenn die Zeit zum Wählen gekommen sei, "werden die Amerikaner sich das Urteilsvermögen, die Erfahrung und die Politik der Kandidaten genau anschauen - und sie werden ihre Stimme für das Duo McCain-Palin abgeben", erklärte der Präsident.

"Eloquenz kein Ersatz für Substanz"
Lieberman, der noch vor acht Jahren als Vize des damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Al Gore angetreten war, nannte Obama einen begabten und eloquenten Mann, der große Dinge in der Zukunft bewirken könne. Aber angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen sei Eloquenz kein Ersatz für Substanz, sagte der Senator aus Connecticut.

Wie Bush machten Lieberman sowie Ex-Senator und Schauspieler Fred Thompson wiederholt deutlich, dass McCain ein "Freidenker" sei, der seinem Gewissen folge. "Er hat den Mut, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen", würdigte Lieberman. "McCain lässt sich nicht von Meinungsumfragen einschüchtern", betonte Thompson.

Palin soll Washington aufmischen
Alle Redner lobten zudem Vizekandidatin Sarah Palin als aufrechte Konservative und zugleich entschlossene Reformerin. Sie werde frischen Wind in die Politik bringen und habe den Mut, es mit dem Washingtoner Establishment aufzunehmen, sagte Thompson. Auch Lieberman bescheinigte der erst 44-jährigen Gouverneurin aus Alaska die Bereitschaft, "Washington aufzumischen".

Unterdessen kritisierte das Weiße Haus die anhaltende Berichterstattung der Medien über die Schwangerschaft der erst 17 Jahre alten Tochter Palins (siehe Infobox). Bush halte dies für eine private Familienangelegenheit, sagte Sprecherin Dana Perino. Die Medien müssten entscheiden, ob sie die Sache weiter ausschlachten wollten.

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