Di, 22. Mai 2018

Totaler Kaufrausch

02.09.2008 18:02

Serie-A-Clubs gaben 445 Millionen Euro aus

Nach einigen Jahren der Krise haben die italienischen Fußball-Erstligisten wieder tief in die Tasche gegriffen, um Millionentransfers zu tätigen und klangvolle Namen unter Vertrag zu nehmen. Laut einem Bericht der römischen Tageszeitung "La Repubblica" haben die 20 Serie-A-Clubs 444,7 Millionen Euro für ihre Einkäufe ausgegeben, das ist die höchste Summe in den vergangenen fünf Jahren. Aber nicht nur in Italien, sondern auch in anderen Länder saß das Geld locker...

Laut "La Repubblica" haben damit im Sommer 2008 nur die englischen Erstligisten mehr ausgegeben, Italien nimmt noch vor Spanien Rang zwei in dieser Rangliste ein. Am meisten Geld hat Meister Inter locker gemacht, die Mailänder gaben 72,1 Millionen Euro für neue Spieler aus, verkauft wurden Spieler im Wert von 10,85 Millionen Euro. Inter hat mittlerweile ein Drittel aller Schulden der italienischen Erstligisten angesammelt. Am zweit meisten investierte Stadtrivale AC Milan.

Allein der AC Milan gab 54 Millionen aus
Der Club von Regierungschef Silvio Berlusconi kaufte Spieler im Wert von 54 Millionen, darunter Andrej Schewtschenko und Ronaldinho. Der Verkauf von 26 Spielern bescherte dem Club Einnahmen von 40,95 Millionen Euro. Fiorentina gab 51,1 Millionen Euro für neue Spieler aus, der Kickerverkauf bescherte dem toskanischen Club nur 2,2 Millionen Euro.

"Der Markt boomt, die Meisterschaft lockt mit prominenten Namen, doch die Serie A kämpft wieder mit roten Zahlen", kommentierte "La Repubblica". Die meisten Serie A-Clubs weisen Mannschaften mit weit mehr als 25 Spielern vor. "Für die italienischen Serie-A-Vereine bahnt sich eine Zukunft an, die wir schon kennen: Unternehmen, die die Schulden ihrer Vereine eindämmen, Banken, die Clubs unter ihre Kontrolle nehmen und zunehmende Forderungen an die Politik, um die Schulden einzufrieren", so "La Repubblica" weiter.

Zähes Feilschen in England
Bis zum Ende des Transferzeit hat noch reges Treiben geherrscht. Bis um Mitternacht wurde taktiert, gehandelt, gefeilscht und oft auch abgeschlossen. Die bemerkenswertesten Wechsel tätigten die zwei Vereine aus Manchester. City kaufte für umgerechnet 40 Millionen Euro von Real Madrid den brasilianischen Stürmer Robinho und Meister United erwarb für die Club-Rekord-Ablöse von 37,9 Millionen Euro von Tottenham Hotspur den bulgarischen Angreifer Dimitar Berbatow.

In Belgien sorgte Marouane Fellaini für eine Bestmarke. Der 20-jährige Internationale wechselte für 18,5 Millionen Euro von Meister Standard Lüttich zum Everton FC. Der Allrounder erhielt in Liverpool einen Fünf-Jahres-Vertrag. Weil  er in der Qualifikation zur Champions League bereits für die Lütticher gegen Liverpool FC im Einsatz war, darf er für Everton im UEFA-Cup noch nicht eingesetzt werden.

Ausverkauf bei Saragossa
In Spanien hat Real Saragossa gleich drei Spieler für zusammen geschätzte 20 Millionen Euro verkauft. Die Aragonier gaben den stürmenden Europameister Sergio Garcia an Betis Sevilla, den argentinischen Verteidiger David Milito an FC Genoa und den französischen Mittelfeldspieler Peter Luccin an Racing Santander ab. Ins Land des Europameisters wurde der spanische Stürmer Alberto Luque vom Aufsteiger FC Malaga geholt. Der 30-jährige Ex-Internationale war zuletzt bei Ajax Amsterdam unter Vertrag.

In Deutschland erwarb Hertha BSC vom Liverpool FC den ukrainischen Teamstürmer Andrej Woronin leihweise bis Saisonende. Auf Leihbasis wechselte von Liverpool zu Espanyol Barcelona der irische Verteidiger Steve Finnan. Der Hamburger SV nahm den 23-jährigen brasilianischen Mittelfeldspieler Thiago Neves, der zuletzt für Fluminense Rio de Janeiro tätig war, für fünf Jahre unter Vertrag.

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