Mo, 20. November 2017

Gescheitert09

01.09.2008 14:06

Migrantinnen-Projekt „Linz der Torten“ wird nichst

Das Migrantinnenzentrum "maiz" zieht sein Projekt "Linz in Torten" für die Kulturhauptstadt Linz09 zurück. Begründet wird der Schritt mit "langem Hinhalten" sowie fehlender Rechtssicherheit. Der Verein befürchtet deshalb eine "nachdrückliche Existenzschädigung". Das Projekt sei aufgrund von "mangelnder Professionalität" gescheitert, bedauerte der stellvertretende Intendant der Kulturhauptstadt, Ulrich Fuchs.

"maiz" hatte geplant, einen Veranstaltungsraum und ein Cafe zu etablieren, wo Migrantinnen Eigenkreationen und Linzer Torten anbieten. Der Verein wollte damit zum gegenseitigen Austausch und zur Auseinandersetzung mit antirassistischen und entwicklungspolitischen Themen einladen. Im April dieses Jahres habe man eine mündlichen Zusage von Linz 09 erhalten, so die Veranstalter. Eine überraschende Förderungskürzung um ein Viertel habe man hingenommen.

Nun will der Verein die bereits angelaufenen Projektkosten von 12.000 Euro aber zurück. Denn bisher habe sich Linz09 geweigert, schriftliche Rahmenbedingungen festzulegen, kritisierte Radostina Patulova vom "Kulturbereich maiz". Stattdessen sei plötzlich von "Gewinnorientierung und -beteiligung" bzw. einer "Garantie auf Nachhaltigkeit" die Rede. Die versprochene Förderung werde auf einmal in den Bereich der "eventuellen Möglichkeit" gerückt, so Patulova, die Linz09 "Schnäppchenjagd" vorwirft.

Fuchs sieht "keine Vollkasko-Mentalität"
Die Förderung sei in einem "Letter of Intent" zugesagt worden, bestätigte Fuchs. Ein Vertrag könne jedoch nur zustande kommen, wenn es eine detaillierte Projektvorbereitung gebe. Aber weder das Gastronomiekonzept noch die Suche nach einem Lokal seien professionell in Angriff genommen worden. "Es geht eben nicht mit Vollkasko-Mentalität." Die 12.000-Euro-Forderung von "maiz" werde man allerdings "wohlwollend prüfen".

Er glaube nicht mehr an ein Zustandekommen von "Linz in Torten" und bedaure das, so Fuchs weiter. Um den Themenbereich dennoch abdecken zu können, wolle man der migrantischen Bevölkerung in der - in Entstehung begriffenen - Spielstätte am Hafen eine Plattform bieten, kündigte er an. Details dazu gebe es dann im demnächst erscheinenden dritten Programmbuch.

"maiz" ist ein Verein mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen in Österreich zu verbessern. Er hat ein Jahresbudget von rund einer Mio. Euro und 35 Mitarbeiter.

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