So, 19. November 2017

Verkehrs-Sensation

29.08.2008 14:14

In fünf Jahren soll Bim bis Aigen-Schlägl rollen

Nach 15 Jahren sind jetzt die alten ÖBB-Pläne für eine City-S-Bahn out und die brandneuen Linzer City-Runner in: Schnelle Straßenbahnen sollen schon in fünf Jahren fünf Kilometer unterirdisch durch die Stadt und durch einen Donautunnel bis ins 58 Kilometer entfernte Aigen-Schlägl rollen! 550 Millionen Euro wollen Verkehrsminister Werner Faymann, Landes-Vize Erich Haider und Stadt-Chef Franz Dobusch in die Regio-Liner für die Öffi-Pendler investieren.

"Das ist das richtige Signal zur richtigen Zeit!", freut sich Oberösterreichs Verkehrsreferent, Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider, dass seine guten Beziehungen zum Bundesminister dieses Projekt ermöglichen. Es diene schließlich den Menschen und der Natur. Und laut Prognosen soll es zusätzlich 5370 Fahrgäste täglich auf die Strecke der Mühlkreisbahn bringen - die heute mit Diesel praktisch durchs Mühlviertel schleicht. 

Bim am Land
Die neue Bim sei schneller und flexibler als die alte Bahn mit ihren großen Kurvenradien, langen Bremswegen und endlosen Gesetzen. Die Straßenbahn könnte auch zusätzliche Haltestellen bei Betrieben und Wohnvierteln bekommen: 19 im Mühlviertel, 14 in Linz.

Der geplante Streckenverlauf (Detailplan siehe Grafik in der Infobox)
Von der bestehenden Mini-U-Bahn soll eine neue U-Bahn-Schleife zum früheren Frachtenbahnhof führen, wo für 3700 Mieter und 600 Jobs geplant wird. Dann soll es am Design-Center, Spitalsviertel und an der Frauenkliniksverbauung vorbei unter der Donau zur Peuerbachschule und BH Urfahr durchgehen: So soll eine zweite Nord-Süd-Achse die Landstraßen-Tramway entlasten - zu Stoßzeiten im 5-Minuten-Takt. Jede Viertelstunde soll man von Rottenegg nach Linz fahren und jede halbe Stunde auch noch in Aigen zu- oder aussteigen können.

18 zusätzliche Cityrunner um 58 Millionen Euro sind dafür ebenso notwendig, wie 270 Millionen für die neue Tunneltrasse sowie 222 Millionen für die Elektrifizierung und Adaptierung der alten Mühlkreisbahn: "Eine Nummer zu groß für Stadt und Land", weiß Minister Faymann, der auch stadteigene Betreiber wie die Linz AG mehr fördern möchte: "Künftig brauchen wir einen eigenen Budgettopf, um die Hälfte der Kosten übernehmen zu können."

Vor vier Jahren war beim City-S-Bahn-Gipfel vereinbart worden, dass der Bund seiner ÖBB 80 Prozent und das Land den Rest zahlt. An ihrem doppelt so teurem Linz-AG-Projekt will sich auch die Stadt finanziell beteiligen: "Wenn dem Bund unser Autobahn-Nordring 500 Millionen wert ist, dann muss dies auch der öffentliche Verkehr sein", meint Bürgermeister Dobusch.

Von Richard Schmitt, Oö. Krone

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