Sa, 18. November 2017

Der Zeck muss weg

11.09.2008 12:20

Zecken werden auch Hunden gefährlich

Nicht nur auf Menschen, auch auf Hunde können Zecken gefährliche, manchmal sogar lebensbedrohliche Erkrankungen übertragen. Jeder Hundebesitzer sollte deshalb wissen, welche Erreger dem Hund gefährlich werden können, wie man Krankheitssymptome erkennt und welche Möglichkeiten es gibt, seinen Liebling zu schützen.

Zecken finden sich eigentlich überall dort, wo dein Hund gerne beim Spaziergang herumstreift: im hohen Gras, auf Farnen, im Unterholz. Die Chance, einen Zeck abzustreifen und „mitzunehmen“, ist deshalb besonders hoch. Die kleinen Spinnentiere können deinen Hund zum Beispiel mit den Erregern der Borreliose, der Ehrlichiose oder der Babesiose (Hundemalaria) infizieren.

Hunde vor Borreliose schützen
15 bis 30 Prozent der Zecken sind mit Borrelien befallen. Die Zecken übertragen den Krankheitserreger mit ihrem Speichel beim Blutsaugen auf den Hund. Anzeichen einer Borreliose sind Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Fieber und geschwollene Lymphknoten. Im weiteren Verlauf beobachtet man Symptome wie Steifheit der Gliedmaßen, Lahmheiten, Schwellungen und Schmerzen der Gelenke. Leider gibt es für die Krankheit keine Heilung. Frühzeitig entdeckt kann dem Hund aber möglicherweise mit Antibiotika geholfen werden.

Es gibt auch eine Impfung gegen Borreliose. Diese schützt aber nur gegen einen kleinen Teil der hierzulande vorkommenden Borrelien und hat viele Nebenwirkungen. Besser: ein guter Zeckenschutz und Hunde nach Spaziergängen untersuchen, ob sie von Zecken befallen sind. Die Infektion wird umso schlimmer, je länger die Zecke Gelegenheit zum Saugen hatte. Deshalb gilt es, die Zecke – auch wenn du dich ekelst – sofort zu entfernen.

Babesiose oder Hundemalaria
Ebenfalls von Zecken übertragen werden können Babesien. Das sind Blutparasiten, die die roten Blutkörperchen zerstören. Babesiose, auch Hundemalaria genannt, kann bei Nichtbehandlung zu Leberschäden, Nierenversagen und sogar zum Tod des Hundes führen.

Anzeichen für eine Babesiose-Infektion sind: Der Hund ist in seinem Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt, der Harn ist kaffeebraun bis rot gefärbt, die Schleimhäute sind schlecht durchblutet. Der Hund wird matt und hat Fieber. Es gibt zwar Medikamente gegen die Babesiose, besser ist aber die Prophylaxe zum Beispiel mit Zeckenschutzmitteln, sogenannten Spot-on-Produkten, die direkt auf das Fell des Hundes aufgetragen werden. Die Babesiose bleibt auch nach überstandener Krankheit jahrelang im Blut nachweisbar. Babesia-Arten gehen in der weiblichen Zecke auch auf die Eier über, sodass bereits die Zeckenlarven die Infektion weiter verbreiten können.

Ehrlichiose
Ehrlichien sind bakterielle Erreger, die in den sogenannten Monozyten leben. Sie werden durch die Bunt- oder Auwaldzecke übertragen. Akut an Ehrlichose erkrankte Tiere können unter hohem Fieber, Apathie, Fressunlust, Lymphknotenschwellungen und Blutungen leiden. Chronisch an Ehrlichiose erkrankte Hunde magern ab und zeigen eine deutliche Blutungsneigung.

Schnell weg mit dem Zeck
Jeder Hund sollte täglich oder nach jedem Spaziergang nach Zecken untersucht werden. Bei Hunden mit dichtem Fell gestaltet sich die Suche oft mühsam und man findet die Parasiten erst, wenn sie sich schon vollgesogen haben. Grundsätzlich gilt, je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer übertragenen Erkrankung.

Besonders wichtig ist auch, wie die Zecke gezogen wird, da die Tiere bei der falschen Technik in einer Art Todeskampf all ihre Erreger in den Wirt „spucken“ und so die Gefahr einer Erkrankung massiv steigt. Außerdem kann es passieren, dass Teile der Zecke im Hundekörper stecken bleiben und sich die Bissstelle daraufhin entzündet.

Daher gilt: Verwende das richtige Werkzeug. Gerade bei langhaarigen Hunden ist es mit einer gewöhnlichen Pinzette schwer, die Zecke zu fassen.

Sie sollte mit der Pinzette direkt am Kopf und so nahe wie möglich an der Haut des Hundes gefasst werden, ohne den Körper zu quetschen und mit einem gleichmäßigen, langsamen Zug, auch in einer leichten Drehbewegung, entfernt werden. Alternativ lässt man sie fachgerecht von seinem Tierarzt entfernen.

Im Fachhandel sind sogenannte Zeckenhaken und Zeckenkarten erhältlich, mit denen das Entfernen einfacher geht als mit der Pinzette.

Die wichtigsten Prophylaxe-Methoden
Es gibt inzwischen ein großes Angebot an Zeckenschutzmitteln, die verhindern, dass eine Zecke deinen Hund zu seinem Wirt macht. Bei chemischen Präparaten solltest du immer auf die Gegenanzeigen achten und sie bei Nebenwirkungen sofort entfernen. Vorsicht beim engen Kontakt mit anderen Tieren, Menschen (im Bett schlafen!!) und besonders Kindern. Im Sommer aufpassen, nicht alle Mittel vertragen es, wenn der Hund damit schwimmen geht.

Spot-on-Präparate
Spot-on-Produkte sind Mittel vom Tierarzt oder aus der Apotheke, die direkt auf das Fell oder die Haut des Hundes aufgetragen werden und vorhanden Zecken und Flöhe abtöten. Am bekanntesten sind Frontline (Wirkstoff: Fipronil), Exspot (Wirkstoff: Permethrin) und Advantix (Wirkstoffe: Imidacloprid – Permethrin).

Zeckenhalsbänder
Zeckenhalsbänder geben zum Beispiel den Wirkstoff Deltamethrin kontinuierlich in das Fell und den Haut-Fettfilm des Hundes ab. Von der Stelle des direkten Kontaktes breitet sich der Wirkstoff über die gesamte Hautoberfläche aus.

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