Sa, 25. November 2017

Burschen gesucht!

26.08.2008 09:50

Die meisten der 300 Au-Pairs sind junge Frauen

99 Prozent aller Au-Pairs sind junge Frauen, doch die Nachfrage nach Burschen steigt. Beim Land Oberösterreich rät man, sich über Agenturen vermitteln zu lassen.

"Wir hatten ein Mädchen, das sich via Internet auf eigene Faust in Italien eine Familie gesucht hatte. Dann klappte es dort nicht wie erwartet, aber die Familie ließ sie nicht gehen", erinnert sich Markus Ladendorfer vom Jugendservice des Landes OÖ, wo täglich mindestens eine Anfrage nach Au-pair-Möglichkeiten eintrudelt. Er rät, die Angebote von diversen Agenturen zu nutzen. Die verlangen zwar eine Vermittlungsgebühr, aber bei Problemen hat man einen Ansprechpartner, der eine Lösung sucht. Und Gastfamilien werden vorher überprüft, so Ladendorfer.

"Bei meiner ersten Familie gab es Schwierigkeiten, aber ich hab rasch einen Ersatzplatz bekommen, wo ich wirklich glücklich bin", erzählt etwa die 24-jährige Lydia Erhart aus Gallneukirchen, die nun seit fast eineinhalb Jahren in Kalifornien (USA) lebt (siehe Interview).

Der Netto-Verdienst ist je nach Land unterschiedlich - in den USA sind derzeit etwa 110 Euro pro Woche üblich. Dazu kommen Unterkunft und Verpflegung. Wer länger als ein halbes Jahr als Au-pair arbeiten will, muss mit vier bis sechs Wochen Vermittlungszeit rechnen, wer es kürzer haben möchte, muss längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Die Agenturen versichern, dass so gut wie alle Länder-Wünsche erfüllbar sind, nur in Skandinavien ist die Nachfrage nach Au-pairs geringer, und in Australien gibt es für Österreicher keine Arbeitsgenehmigung.

Als Au-pair vergrößert man seinen Horizont!

In wenigen Wochen kehrt Lydia Erhart (24) nach eineinhalb Jahren in San Diego (USA) heim zur Familie im Mühlviertel. Sie ist innerlich zerrissen, freut sich einerseits auf ihr Zuhause, verlässt aber nur schweren Herzens ihre Gastfamilie im stets sonnigen Kalifornien.

Was hat Ihnen der Amerika-Aufenthalt gebracht?
Man sammelt irrsinnig viele persönliche Erfahrungen, lernt eine andere Kultur und Sprache wirklich gut kennen. Und ich habe hier echt viel Spaß: mit der Familie, mit den beiden Kindern und den neuen Freunden.

 Für immer in Kalifornien zu bleiben, kommt aber wohl nicht in Frage.
Derzeit nicht, aber man soll niemals nie sagen. Aber ich freue mich schon auf daheim. Es wird Zeit, dass ich mir wieder mein eigenes Leben aufbaue. Du kannst nicht ewig Au-pair bleiben. Ich hab nur ein bisschen Angst, wie ich die Umstellung verkrafte.

Glauben Sie, dass Ihnen Oberösterreich jetzt zu klein wird?
 Ja. In San Diego ist alles riesig und weit - einkaufen um die Ecke gibts nicht. Jetzt werde ich meine restliche Zeit hier noch genießen, der Rest wird sich dann schon ergeben. Hauptsache, ich finde daheim rasch wieder Arbeit, vielleicht in der Immobilien-Brache, wo ich zuvor tätig war. Dann wird sich der Alltag im Mühlviertel rasch wieder einstellen.

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