Sa, 25. November 2017

Unfassbare Gewalt

26.08.2008 10:02

„Meine Sorgen haben sie nie interessiert!“

Das Koma-Opfer (23) liegt im künstlichen Tiefschlaf, der Tatverdächtige (26) legt weinend sein erschütterndes Geständnis ab: Er habe im Suff seine Wut darüber ausgelassen, dass seine Freundin nach einem Disco-Besuch über keine Partnerschaftsprobleme mehr diskutieren wollte. Da habe er sie wie in Trance aus dem Elternhaus gezerrt, geschlagen und getreten, fast umgebracht.

Wie berichtet, wurde die 23-jährige Bankangestellte Julia Häusler in Ostermiething am Sonntag um 4 Uhr früh von ihren Eltern gefunden, die durch Schreie und Wimmern geweckt worden waren: Die bewusstlose Tochter wurde mit Gehirnblutungen, Kieferbrüchen und Schädel-Hirn-Trauma im Koma ins Salzburger Spital geflogen. Ihr Zustand sei jetzt stabil, jedoch noch immer kritisch, sagen die Ärzte: Es würden weitere Operationen notwendig.

Der Rieder Staatsanwalt Dr. Walter Jerk spricht von einem Mordversuch. Damit können seinem U-Häftling André S. zehn bis 20 Jahre hinter Gittern drohen. Er weint, bereut und versucht, das Unfassbare zu erklären: Nach 1-jähriger Beziehung hätten sich Beziehungsprobleme aufgestaut, die er aufarbeiten wollte. Er wollte darüber reden, sie dazu schweigen. "Meine Sorgen haben sie nie interessiert", klagt unter Tränen der brave Verkäufer und gute Tormann, der fast nie Alkohol trinkt. Aber seinen Kummer bis zum Koma mit Cola-Rum ertränkte, als seine Julia in der Disco mit anderen tanzte und lachte.

Eifersucht? Sie wollte heim und allein sein, er drängte sich aber ins Haus und drohte mit seinen lautstarken Vorwürfen, ihre Eltern zu wecken: "Sei still! Geh!"

Da zerrte er sie ins Freie, stieß sie zu Boden und trat sie mit Füßen.

"Das Wichtigste ist, dass sie wieder gesund wird", sagt weinend der Verdächtige, für den die Unschuldsvermutung gilt: "Wenn ich nur wüsste, warum ich so aggressiv geworden bin ".

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