So, 22. Oktober 2017

Neffentrick

25.08.2008 18:00

Rentnerin um 120.000 Euro betrogen

Mit dem Neffentrick haben Gauner eine 73-jährige Leondingerin in drei Tagen um 120.000 Euro betrogen! Ein Verbrecher hatte die Pensionistin angerufen und ihr vorgespielt, ihr Neffe aus Deutschland zu sein und dringend Geld für ein Immobiliengeschäft zu brauchen. Erst, als sie 120.000 Euro übergeben hatte, schöpfte sie Verdacht und rief den echten Verwandten an - zu spät.

Die Gauner dürften das Opfer bereits zuvor gründlich ausspioniert haben: Am Vormittag des 19. August klingelte bei ihr zuhause das Telefon: Ein Mann mit schwäbischem Akzent war am Apparat, sagte zu der Leondingerin: "Hallo, weißt du, wer ich bin? Kennst du mich eh?"
Der hinterhältige Verbrecher brachte sein Opfer so weit, dass sie ihm schließlich glaubte, dass er ihr Neffe aus Deutschland sei. Der vermeintliche Verwandte brauchte prompt leihweise Geld - und zwar 50.000 Euro für ein Immobiliengeschäft.

Die gutgläubige 73-Jährige übergab noch am Nachmittag einem Boten, angeblich ein Notariatsmitarbeiter namens Herr Bach, die geforderten 50.000 Euro.

Am 20. August der nächste Anruf: Alles sei gut gelaufen, doch jetzt habe der Neffe neue Probleme: Er benötige wegen der Mehrwertsteuer nochmals 70.000 Euro! Die 73-Jährige fiel auch auf diesen unverschämten Schmäh herein, übergab nochmals, wieder am Nachmittag und diesmal einer Frau, die Summe. Am 22. August rührte sich der Haupttäter nochmals telefonisch bei seinem Opfer, bedankte sich und kündigte für den Nachmittag seinen Besuch an. Als niemand kam, schöpfte die geschröpfte Pensionistin endlich Verdacht und rief ihren echten Neffen in Deutschland an. Doch der wusste natürlich von nichts!

Das Opfer erstattete erst am 23. August Anzeige. Nun versucht die Polizei, die frechen Betrüger ausfindig zu machen.

Allein im Jahr 2006 gabs bundesweit 689 derartige Betrugsversuche, die Beute betrug 1,5 Millionen Euro.

Von Christoph Gantner, Oö. Krone

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