Fr, 24. November 2017

Im Stich gelassen

20.08.2008 11:15

US-Patient 22 Stunden lang nicht versorgt - tot!

Wie durch einen Untersuchungsbericht erst jetzt bekannt wurde, ist Ende April in den USA im Krankenhaus von Goldsboro (North Carolina) ein Patient gestorben, weil sich 22 Stunden lang niemand um ihn gekümmert hat. Während das Klinikpersonal Karten spielte und fernsah, saß der 50-jährige psychisch kranke Mann einen ganzen Tag lang ohne medizinische Betreuung oder sonstiger Verpflegung in einem Aufenthaltsraum.

Laut dem nun veröffentlichten Bericht zeigen Bilder einer Überwachungskamera, dass Techniker den 50-Jährigen kurz vor seinem Tod zu überreden versuchten, in sein Zimmer zurückzukehren. Als er sich daraufhin nicht bewegte, stellten die Beschäftigten den Mann auf, setzten ihn in einen Rollstuhl und schoben ihn über einen Gang des Krankenhauses. Kurze Zeit später zeigen die Videobilder, wie ein Notarztteam mit Ausrüstung über den Gang läuft – für den Mann kam aber bereits jede Hilfe zu spät.

Drei Tage fast ohne Nahrung
Der Bericht zeigt weiters, wie wenig sich das Personal um seinen Patienten kümmerte: Der 50-Jährige habe bereits drei Tage vor seinem Tod so gut wie keine Nahrung zu sich genommen, in den 22 Stunden, die er im Aufenthaltsraum verbrachte, habe er dann keinen einzigen Bissen zu sich genommen. Um die Ernährung des Mannes hätte sich aber im Krankenhaus keiner so recht gekümmert. Auch der Vater des 50-jährigen Patienten erhebt nun Anklage. In einem Zeitungsinterview sagte er, dass er seinen Sohn nicht besuchen durfte, seitdem er in die Klinik eingeliefert wurde: "Sie sagten mir immer wieder, dass er bettlägerig sei und mit niemanden sprechen wolle."

Ähnlicher Fall vor wenigen Wochen
Wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde mitteilte, müsse in dem Fall noch über arbeitsrechtliche Konsequenzen entschieden werden. Überlegt werde auch die Streichung der öffentlichen Subventionen für dieses Krankenhaus.

Vor wenigen Wochen hatte ein ähnlicher Fall die USA schockiert, als eine Frau in der Notaufnahme einer psychiatrischen Klinik verstarb (siehe Infobox).

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