Sa, 16. Dezember 2017

Geschützt

14.08.2008 16:20

Jäger und Bauern verteidigen Halali auf Krähen

Der Streit um Leben oder Tod von zehntausend geschützten Rabenkrähen in Oberösterreich eskaliert. Je heftiger empörte Tier- und Naturfreunde in der Krone das Abblasen der Vogeljagd fordern, desto schärfer schießen Jäger und Bauern: Der Abschuss der schwarzen Aas- und Allesfresser, die Schäden an Aussaaten, Silofutter und am Niederwild anrichten, sei als Notwehr notwendig.

"Jawohl, wir tun was, wir wehren uns", verteidigt der Bad Zeller Biologe Dr. Ernst Moser die umstrittene Aktion des oö. Jagd- und Agrar-Landesrats Dr. Josef Stockinger (VP): "Die abgeschossenen Krähen müssen eingefroren und als Vogelscheuchen zur Abschreckung auf Feldern oder Siloballen aufgehängt werden." In eine ähnliche Kerbe schlagen die Bauern: "Wir haben unsere Vorsilos mit Taubenkadavern und Teddybären schützen wollen, aber trotzdem verdorbenes Viehfutter wegkippen müssen", sagt eine Landwirtin aus Pühret, die nicht genannt werden will. "Es ist eine Katastrophe", so die Bäuerin weiter. 

Der Hühner-Mäster Johann Reschenhofer aus Hochburg klagt, dass er zweimal vier Hektar Mais anbauen musste, nachdem Vogelscharen alles kahlgefressen hatten: Das sei echt existenzgefährdend, doch bisher hätten der Naturschutz und die EU-Vogelschutz-Richtlinie die Bauern wehrlos gemacht.

Auch Landesrat Stockinger will kein Krähen-Massenmörder sein: "Ich will diese Vögel nicht ausrotten, sondern mit Maß und Hausverstand vertreiben, verjagen und vereinzelt abschießen lassen."

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