Fr, 15. Dezember 2017

Wir verstehen uns

12.08.2008 10:53

Wie "redet" mein Hund?

Eingezogener Schwanz, gebückte Haltung oder ein fröhliches Schwanzwedeln mit geschwelter Brust: Die Hundesprache ist eine klare Sache – zumindest wenn zwei oder mehr Hunde sich begegnen, die ausreichend auf Artgenossen sozialisiert sind. Aber auch du als Tierbesitzer kannst die „Sprache“ deines Lieblings lernen. Wir sagen dir, was du wissen musst, damit ihr euch in Zukunft richtig gut versteht.

Ein Vierbeiner weiß in der Regel die Signale anderer Hunde zu deuten und zu beantworten. Schließlich gibt ein Hund nicht nur Laute von sich, sondern „redet“ auch mit allem, was er bewegen kann. Das ist wichtig für die Harmonie im Rudel und natürlich auch für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung. „Genau hinschauen“, lautet deshalb die Devise des Tierspsychologen Martin Rütter, Gründer und Leiter von D.O.G.S Zentrum für Menschen mit Hund.

Gesten der Beschwichtigung
Eine ganz besondere Stellung nehmen bei Hunden die zahlreichen Gesten und die Mimik der Beschwichtigung ein. „Lasst mich in Ruhe“ oder „Lasst und friedlich miteinander umgehen“ zeigen die folgenden Gesten:

  • Der Hund wendet den Blick ab
  • Der Hund dreht den Kopf oder Körper weg
  • Der Hund blinzelt
  • Der Hund geht langsamer
  • Der Hund schnüffelt scheinbar unbeteiligt am Boden
  • Der Hund läuft  einen Bogen

Unter seinesgleichen will der Hund damit einen Konflikt vermeiden oder lösen. Antwortet ein Artgenosse mit Beschwichtigungssignalen, weiß er: „Alles ist in Ordnung, es gibt keinen Grund zur Beunruhigung.“

Hilf deinem Hund
Ein Tipp für den Mensch-Hund-Alltag: Wenn du solche Signale beobachtest, solltest du dein Tier aus der unangenehmen Lage befreien oder dich mit ihm in Sicherheit begeben. Damit lässt sich übrigens auch Gefahr für andere Menschen abwenden, z. B. wenn jemand einem Hund unerwünscht zu nahe kommt.

Vorsicht: Fehlinterpretation!
Gesten der Beschwichtigung werden von uns übrigens häufig fehlinterpretiert: Da klopfen Menschen immer wieder heftig auf die Seite oder auf den Kopf des Hundes und beugen sich über ihn. Das kann für sensible Hunde aber sehr bedrohlich wirken. Oft beobachtet man, dass Hunde in so einer Situation beschwichtigen und es überhaupt nicht einordnen können, dass der Mensch immer weiter macht. Dadurch kommt es leider immer wieder zu aggressiven Handlungen. Beteiligte sagen dann oft den Satz "der Hund ist gestört und hat aus heiterem Himmel zugeschnappt". Umso wichtiger ist es für das Zusammenleben mit einem Vierbeiner, seine Körpersprache zu verstehen.

"Ich freue mich"
Im Hundeleben gibt es naturgemäß noch weitere Gemütszustände, die sich in bestimmten Signalen äußern. Einen freudig erregten Hund erkennen Sie an der tief und schnell wedelnden Rute.

"Ich bin bereit zum Kampf"
Stellt der Hund die Rute steil nach oben, auch wenn er sie hin und her bewegt, ist er wachsam, neugierig und zielstrebig. Zu diesem Ausdruck passen hoch gestellte Ohren. Angelegte Lauscher signalisieren: „Ich bin bereit zum Kampf.“ Bellt und knurrt der Vierbeiner dazu, hat er keine guten Absichten. Das trifft auch bei gesträubtem Fell im Nacken, Sprungbereitschaft oder auffallend starrem Blick zu.

So erkennst du Angst
Ein ängstliches Tier dagegen kneift die Rute zwischen den Hinterbeinen ein, weicht Blicken aus und duckt sich. Reißt es dabei schon das Maul auf, ist es bereit sich zu verteidigen oder einen Angriff abzuwehren. Auch zur Seite gedrehte Ohren können Unsicherheit bedeuten. Schmeißt er sich voll Wonne ins Gras und wälzt sich auf dem Rücken, fühlt er sich rundum wohl.

Foto: Fressnapf/Ulrike Schanz

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