Di, 21. November 2017

Inertnetbetrüger

09.08.2008 16:55

Vereinsgeld für ¿Gewinn¿ verjuxt

Jetzt ist geklärt, warum der Jahrzehnte unbescholtene und rechtschaffene Vereinskassier der Sportunion Aigen-Schlägl verdächtig ist, 120.000 Euro Fördergeld für das neue Tennishaus verjuxt zu haben: Der Mühlviertler fiel laut Polizei auf Internetbetrüger herein, die ihm mit der „Loteria Primitiva“ Hunderttausende Euro versprachen.

„Er hat geglaubt, dass er übers Internet eine Million Euro bei der spanischen ,Loteria Primitiva´ gewonnen habe. Ursprünglich ging´s mit 635.000 Euro an. Für den vermeintlichen Gewinn musste der Mühlviertler Bearbeitungsgebühr bezahlen. Dann hat sich die angebliche Gewinnsumme erhöht und erhöht. Und jedes Mal waren neue Gebühren und Steuern fällig“, erklären Ermittler des Landeskriminalamts, wie der naive Pensionist von den spanischen Gaunern wie ein Truthahn ausgenommen wurde.

Damit nicht genug: Ein E-Mail von der so genannten „Yahoo-Lotterie“ entfachte in dem 61-Jährigen erneut den Wunderglauben an märchenhafte Gewinne. Auch dafür soll er laut Polizei brav eingezahlt, aber nie etwas zurückbekommen haben. Der Kassier, der nun unter dem Verdacht steht, 120.000 Euro an Landesförderungen verbraten zu haben, soll sich auch von einem Freund mehrere tausend Euro ausgeliehen haben: So soll das Betrugsopfer selbst zum Täter geworden sein. Die Schadenssumme soll insgesamt etwa 140.000 Euro betragen.

Für die Sportunion Aigen-Schlägl wird´s eng: Der Vorstand haftet grundsätzlich mit, der Kassier hätte ohne Gegenzeichnung nie über so große Summen alleine verfügen dürfen. Vom gefeuerten Kassier ist nichts mehr zu holen: Er bekommt nur 1000 Euro Pension.

 

Symbolfoto: rubra

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