Mo, 22. Jänner 2018

Rotkreuz am Limit

31.07.2008 10:57

Ärzte wollen nicht mehr in "Bereitschaft" sein

Praktische Ärzte, die in der Nacht Bereitschaftsdienst machen, findet man in den steirischen Bezirken leider nur noch selten. Zu spüren bekommt das vor allem die Rettung: Immer mehr Patienten müssen in oft weit entfernte Spitäler gebracht werden. Vor allem im Bezirk Liezen steht man kurz vor dem Kollaps...

Die Situation ist im größten Bezirk der Steiermark prekär: In der Nacht findet man hier nur noch in ganzen seltenen Fällen Ärzte, die bereit sind, Hilfe zu leisten.

"Wir stehen dumm da"
Die Rotkreuz-Mannschaft muss in die Bresche springen: "Ruft etwa eine Mutter aus Schladming bei uns an, um nach dem diensthabenden Arzt zu fragen, weil ihr Kind hohes Fieber hat, stehen wir im Regelfall dumm da", erzählt der stellvertretende Bezirkskommandant von Liezen, Ewald Bauer.

Dann gehe der Spießrutenlauf erst richtig los: "Wir müssen dem kleinen Patienten natürlich helfen. Holen ihn ab, bringen ihn ins
135 Kilometer entfernte LKH Leoben. Wir haben zwar drei Spitäler im Bezirk, viele Fachabteilungen wurden aber nach Leoben oder Bruck ausgelagert."

Seitenhiebe gegen das Land
Laut Bauer stehe das System kurz vor dem Zusammenbruch, reagiert hat jedoch bis dato niemand. Einzig die Grünen greifen das Problem auf: "Die Ärzte wollen Geld für Ihre Leistung sehen, Land und Kassen geben aber keines her", sagt der Abgeordnete Lambert Schönleitner. Für ihn ein Skandal sondergleichen: "Wenn eine Gräfin mit dem Finger schnippt, springt das Land rasch zur Hilfe. Wenn die Grundversorgung zusammenbricht, lässt das jeden kalt!"

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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