So, 19. November 2017

Entführer gefasst

27.07.2008 20:01

Stiefvater wollte Sorgerecht für Buben erpressen

Die erpresserische Entführung eines 6-jährigen Buben in Dänemark endete in Bad Ischl dramatisch: Der kleine Matthias war von seinem Ex-Stiefvater (48) ins Salzkammergut verschleppt worden, wo der Kidnapper unter Morddrohungen das Sorgerecht forderte. Als sein Ultimatum auslief, überwältigten „Cobra“-Polizisten den Entführer und holten das Kind unversehrt aus dem Zimmer.

Die Scheidung hatte Kurt St. (48) schwer mitgenommen, er durfte seinen Stiefsohn Matthias (6) nur alle zwei Wochen sehen. Als nun die „Ex“ in Dänemark 450 Kilometer zum neuen Freund ziehen wollte, sah der Stiefvater rot. Er holte Matthias ab, sagte Nachbarn, in einen Vergnügungspark zu gehen, fuhr jedoch mit dem Kind 1200 Kilometer nach Bad Ischl und quartierte sich in einer Pension ein. Hier kennt er sich aus, weil er in der Volksschulzeit in Bad Ischl gelebt hatte, ehe seine Mutter mit ihm nach Skandinavien ausgewandert war.

Während er dem Stiefsohn und Salzburger Verwandten vorspielte, auf Urlaub zu sein, drohte er seiner Ex-Gattin, den Buben und sich selbst zu töten, falls sie ihm nicht bis zum 26. Juli 100.000 Dänische Kronen (etwa 13.400 Euro) überweist und ihm das alleinige Sorgerecht überträgt. Die sofort alarmierten dänischen und österreichischen Fahnder erfuhren von den Salzburger Verwandten nur, dass Kurt St. mit Matthias irgendwo im Raum Bad Ischl wohnen könnte.

Die Zeit drängte, ein Wettlauf auf Leben und Tod begann: Erst kurz vor Alblauf des Ultimatums entdeckten Polizisten das Auto des Entführers. Die „Cobra“ wurde alarmiert - und als Kurt St. alleine aus dem Haus kam, schlugen die Polizisten zu. Das Kind wurde unversehrt im Zimmer gefunden. Der Bub ist jetzt bei Verwandten und wird von seiner erleichterten Mutter heimgeholt.

Ihr „Ex“ wurde wegen Verdachts der erpresserischen Entführung ins Welser Gefängnis eingeliefert. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

 

Symbolfoto

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