Sa, 25. November 2017

„Picurl“

25.07.2008 13:51

Kluger Foto-Manager made in Austria

Bequemlichkeit war schon immer das Ziel österreichischer Lösungen – und meistens sind es gute Lösungen: Mit „picurl“ haben drei österreichische Entwickler eine Software vorgestellt, mit der sich das private, digitale Bilderarchiv einfach verwalten lässt. Für die Applikation, die im Endstadium als Software und Web-App funktionieren soll, ist es unerheblich, wo sich die elektronischen Erinnerungsstücke befinden, sie bezieht USB-Sticks, externe Festplatten, Speicherkarten, CDs und DVDs ebenso mit ein wie Online-Fotoportale sowie Onlinespeicher.
„Der Anwender erhält eine umfassende 'Speicher-Landkarte' seiner Fotosammlung“, erklärt Franz Buchinger, der Initiator des Projekts. Mit dem speicherübergreifenden Ansatz gewährleiste das Tool durch standardisierte Datenstrukturen eine höchstmögliche Kompatibilität zu anderen Applikationen, heißt es vonseiten der Entwickler.

„Nahezu jeder Fotograf kämpft mit den Problemen der eigenen Fotosammlung. Bilder werden auf Flickr hochgeladen, um sie mit Freunden zu teilen, für Backup-Zwecke auf DVD archiviert, am lokalen PC bearbeitet und so weiter. Die Idee hinter picurl ist, Ordnung in eine 'verstreute' Fotosammlung zu bringen“, erläutert Buchinger. Die Ursache für das Chaos seien Defizite existierender Softwarelösungen.

"Meist beschränken sich Fotomanagement-Programme auf den Bildbestand des lokalen PCs. Nicht berücksichtigt werden dabei beispielsweise im Internet publizierte Bilder, auch auf CD-ROMs und DVDs gespeicherte Bilder bleiben meistens ein Stiefkind", meint Buchinger. picurl hingegen legt ein Archiv an, das alle Bildquellen berücksichtigt.

Bilddatenbank passt problemlos auf USB-Stick
picurl ist ein kleines Programm, das keine Installation erfordert und daher auch auf einem USB-Stick oder aber auf einer Speicherkarte betrieben werden kann. Für jedes indizierte Bild benötigt die Software rund 25 Kilobyte Speicherplatz. Somit lässt sich selbst eine große Bilddatenbank problemlos auf einem USB-Stick unterbringen. Das Archiv umfasst schließlich alle Infos zu einem Foto. Das Vorschaubild selbst bezeichnen die Entwickler als „visual bookmark“, denn im Bild ist der Verbindungspfad zum Speicherort hinterlegt. Mit einem Klick kann sofort auf das Original zugegriffen werden. „Man muss sich nicht an die Webadresse erinnern, sondern kann das Bild jederzeit per Mausklick herunterladen“, so Buchinger.

picurl verfügt zudem über eine automatische Indizierung von Onlinefotos und beseitigt damit häufig auftretende Kompatibilitätsprobleme. „Es ist ärgerlich, seine Bilder neu beschlagworten zu müssen, nur weil man die Fotoverwaltungssoftware gewechselt hat“, erläutern die Entwickler. Besonders schlimm sei die Situation bei Online-Fotodiensten, die kaum Exportfunktionen bieten. Bei der Indizierung von Bildern auf der Flickr-Plattform beispielsweise werden Tags, Foto-Beschriftungen oder Copyright-Informationen von picurl automatisch in EXIF bzw. IPTC-Datensätze umgewandelt. Nahezu alle Bildverwaltungs-Applikationen können diese Informationen verwerten, womit eine „wasserfeste“ Übernahme der Bild-Metadaten gewährleistet ist.

Derzeitige Version leider „noch nicht für Produktiveinsatz“
Derzeit ist die Opensource-Software picurl in der Version 0.0.3 verfügbar und noch nicht für den Produktiveinsatz bereit, schränken die Programmierer ein. Die aktuell herunterladbare Version richte sich an „experimentierfreudige Power-User“. Das Programm läuft unter Windows und Linux, eine Version für Mac OS X sei in Vorbereitung. Im Aufbau befindet sich zudem der picurl-Webservice. Dieses wird sich beispielsweise um eine zentrale Metadaten-Verwaltung kümmern, ohne dass der Benutzer befürchten müsste, wertvolle Informationen in seiner bevorzugten Bildbearbeitung oder Fotoarchivierung zu verlieren.

Ähnlich wie bei anderen Web 2.0-Anwendungen soll picurl schließlich als optimiertes Werkzeug ohne aufwändige Installation im Internet zur Verfügung stehen, aber auch als lokal installiertes Programm seine Funktionen ausführen können. Dabei kann der Benutzer über alle einbezogenen Datenspeicher nach Bildinformationen suchen. Die erste End-User-Version soll Buchinger zufolge im Herbst verfügbar sein. (pte)

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