Fr, 15. Dezember 2017

Diskussion beendet?

31.07.2008 13:30

Frosch am Kreuz hängt jetzt 3 Stockwerke höher

Der Streit um den gekreuzigten Frosch des Künstlers Martin Kippenberger in Südtirol soll jetzt ein Ende finden - mit einer Umsiedelung. Am Mittwoch wurde das umstrittene Kunstwerk, wegen dem ein Politiker zuletzt in Hungerstreik getreten war, vom Eingangsbereich des Bozner Museion in den dritten Stock gebracht. Die Austellungsleitung hofft, dass damit die Diskussionen über das Kunstwerk beendet sind.

In diesem Bereich gebe es mehrere Kunstwerke Kippenbergers. Man hoffe, dass nun niemand mehr provoziert werde, hieß es von Seiten des Museion. SVP-Regionalratspräsident Franz Pahl, der seit einer Woche mit einem Hungerstreik für die Entfernung des Frosches demonstriert, hatte gemeinsam mit dem Trentiner Politiker Renzo Gubert zuvor eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Verletzung religiöser Gefühle angekündigt. Von der Union wurden mittlerweile 10.263 Unterschriften gegen das Kunstwerk gesammelt.

„Klare Maßnahmen“ verlangt
Landeshauptmann Luis Durnwalder und Kulturlandesrätin Sabine Kasslatter Mur warnten am Mittwochvormittag vor einer Instrumentalisierung des Kippenberger-Frosches und verlangten „Reaktionen“ der Museumsführung. „Wir verlangen daher auch klare Maßnahmen von Seiten des Museion, um dieser Instrumentalisierung etwas entgegenzuhalten", erklärten Durnwalder und die Landesrätin nach einem Treffen mit Museumsverantwortlichen.

Das Museion sei als Einrichtung gedacht, die moderne Kunst der Bevölkerung näher bringen solle, sie also auch entsprechend vermittle. „Ich glaube nicht, dass man diese Aufgabe mit reiner Provokation wahrnimmt“, sagte der Landeshauptmann. Man sei für die Freiheit der Kunst und gegen jeglichen Eingriff der Politik, „was wir aber derzeit erleben müssen, ist eine politische Instrumentalisierung der Kunst“. Die religiösen Gefühle eines Teils der Bevölkerung müssten berücksichtigt werden.

Hungerstreik von Politiker vorerst beendet
Der Hungerstreik des Südtiroler SVP-Politikers, LAbg. Franz Pahl, gegen den Frosch ist in der Nacht auf Donnerstag übrigens vorerst beendet worden. Pahl wurde nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus in Bozen eingeliefert. Sein Zustand sei aber nicht kritisch, hieß es. Laut Angaben der SVP befand er sich auf der Beobachtungsstation. Der Regionalratspräsident befand sich seit rund eine Woche im Hungerstreik gegen das Ausstellungsstück.

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