Mo, 20. November 2017

LKH ein Rugby-Club?

17.07.2008 14:44

Suspendierungen sorgen für politische Debatte

Kein Ende in der Auseinandersetzung zwischen dem neuen Kabeg-Vorstand Dieter Mandl (Bild) und dem Direktorium am Landeskrankenhaus Klagenfurt. Mandl hatte am Mittwoch mit umstrittenen Suspendierungen für Aufregung gesorgt. Der „Machtkampf“ sorgte am Donnerstag für heftige Auseinandersetzungen im Kärntner Landtag. Die Vorgänge im LKH-Vorstand wurden sogar mit einem "Rugby-Club" verglichen.

Nach dem kaufmännischen LKH-Direktor Herwig Wetzlinger hatte Kabeg-Vorstand Dieter Mandl am Mittwoch auch dessen Stellvertreterin Claudia Scharm-Groicher dienstfrei gestellt - diesen Schritt aber am Donnerstagvormittag wieder zurückgenommen. Die Aufregung ist in jedem Fall groß!

Koperna: "Optik extrem schlecht"

"Er hat wohl eingesehen, dass die Optik extrem schlecht ist", sagte der medizinische Direktor des Landeskrankenhauses, Thomas Koperna zur kurzfristigen Dienstfreistellung von Scharm-Groicher.

Koperna bestätigte außerdem Medienberichte, wonach Mandl angeblich auch ihn aus dem LKH weghaben wolle. "Ja, das hat er mir auch schon gesagt", meinte er. Noch sei er aber im Dienst und nicht suspendiert. Wie es weitergehen wird, werde man ja sehen.

Vorgangsweise „ungeheuerlich“
Der "Machtkampf" um das Krankenhaus beschäftigte am Donnerstag den Kärntner Landtag. Der scheidende SPÖ-Klubchef und künftige Gesundheitslandesrat Peter Kaiser bezeichnete die Vorgangsweise Mandls erneut als "ungeheuerlich", der Kabeg-Chef habe eklatante rechtliche Fehler begangen.

Kaiser vermutet "Umfärbelungsversuch"
"Da drängt sich der Verdacht eines zwanghaften orangen Umfärbelungsversuches auf", so Kaiser. Die SPÖ werde hier nicht mitspielen und alles unternehmen, damit derartige Alleingänge künftig nicht mehr möglich seien.

Strutz: „Falsche Unterstellungen“
Martin Strutz, Vorsitzender des Kabeg-Aufsichtsrates, wies den Vorwurf der "Umfärbelung" postwendend zurück. Er wies darauf hin, dass die Personalentscheidung für Mandl im Vorfeld mit der SPÖ besprochen worden seien. Die Vorwürfe gegen den Kabeg-Vorstand bezeichnete Strutz als "falsche Unterstellungen". Es habe "akuter Handlungsbedarf" geherrscht, da sich die LKH-Führung geweigert habe, das Organisationskonzept für das LKH neu "herauszurücken".

Tauschitz: Wie im „Rugby-Club“
ÖVP-Klubchef Stephan Tauschitz meinte, die Vorgangsweise Mandls passe eher zu einem Rugby-Club. Die ÖVP werde im Aufsichtsrat kommende Woche auf jeden Fall einen Antrag auf Abberufung des seit Juni amtierenden Kabeg-Vorstandes stellen.

Grüne orten „Chaos pur“
Die Grün-Abgeordnete Barbara Lesjak konstatierte "Chaos pur" im Gesundheitsbereich, die Landespolitik habe versagt. Sie forderte eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheitsversorgung statt Streitereien über Kompetenzen. FPÖ-Obmann Franz Schwager rief ebenfalls dazu auf, sich für die Belange der Kranken einzusetzen anstatt Parteipolitik zu betreiben.

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