Mo, 20. November 2017

Bossa Nova in Wien

16.07.2008 13:10

Sergio Mendes live in Wien

Weniger „Latin fever“, dafür mehr Virtuosität und „Bossa Nova!“ als bei seinem letzten Jazzfest-Auftritt vor zwei Jahren bot Sergio Mendes am Dienstagabend im Wiener Konzerthaus. Sein Streifzug durch die Geschichte der gehobenen brasilianischen Populärmusik bot statt südamerikanischer Hitze fast schon eher Wiener Gemütlichkeit. Beim Grande Finale mit „Mas Que Nada“ riss der 67-Jährige sein Publikum dennoch von den Sitzen.

Wer am Hinweg zum Konzerthaus um 18 Uhr über den Rathausplatz gekommen war, konnte dort vorm brasilianischen Meister noch etwas österreichischen Qualitätspop einstreifen. Das 30-jährige Schauspiel/Sängerin-Multitalent Madita bereitete dort mit ihrer Band das Publikum auf die anschließende Filmvorstellung vor (siehe Bilder in der Infobox). In den nächsten Tagen gibt es übrigens zahlreiche weitere Gratis-Auftritte vor dem Rathaus.

Flug durch die brasilianische Musikgeschichte mit Mendes
Sergio Mendes brachte mit dem Album „Timeless“ den Soundtrack zum Sommer 2006, „Mas Que Nada“ wurde damals mit Unterstützung der Black Eyed Peas erneut zum Welthit. Rechtzeitig zu den heißen Tagen 2008, erschien der Nachfolger "Encanto", etwas weniger charttauglich, dafür umso musikalischer. Mit großer Band ist Mendes im Konzerthaus angetreten, die auch optischen Unterhaltungswert hatte: Die drei Vokalistinnen (darunter Ehefrau Gracinha Leporace) hatten durchaus etwas von Stewardessen-Charme beim Flug durch die brasilianische Musikgeschichte, und die beiden Percussionisten durften bei Solo-Auftritten auf allerlei Gerätschaften herumtrommeln. Mendes selbst „verschanzte“ sich indes hinter seinem Keyboard, spielte gut gelaunte Soli und sang seinen Part mit Hingabe.

Grammy-Preisträger Mendes, am 11. Februar 1941 als Sohn eines Arztes in Niteroi nördlich von Rio geboren, hat mit „Herb Alpert Presents Sergio Mendes & Brazil 66“ bereits in den 60er Jahren in wenigen Monaten mehr als eine Million Platten verkauft. Auch am Dienstag ließ er, zum 50. Jubiläum der „Bossa nova“, die legendäre Zeit von „Brazil '66“ wieder aufleben. Doch im Publikum scheint man mehr Will.I.Am gekannt zu haben als Herb Alpert: Großen Wiedererkennungs-Applaus gab es für die alten Nummern keinen - übrigens auch nicht für das Cover von „Fool On The Hill“. Aber immerhin „Mas Que Nada“, das Mendes auch in Abwesenheit von Will.I.Am mit einem Rapper darbrachte, begeisterte.

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