Do, 19. Oktober 2017

150 Käfer-Fallen

13.07.2008 18:50

Insektenplage durch Lkw-Flut

Offene EU-Grenzen - auch für höchst unwillkommene Schädlinge! Denn die Lkw-Flut schwemmt immer mehr Insekten ins Land. Der amtliche Pflanzenschutzdienst überwacht mit 150 Fallen in ganz Oberösterreich die Population der Krabbeltierchen, um bei drohender Gefahr sofort Alarm schlagen zu können.

Die „Krone“ erstellte zusammen mit Christian Krumphuber von der Landwirtschaftskammer eine „Hitliste“ der tierischen Schädlinge (siehe auch „Interview“ unten). Zu den „Klassikern“ zählen die Blattläuse. Die kleinen grünen Gesellen trifft man überall: Ob im Haus, Garten oder Feld, sie saugen Pflanzensäfte und schwächen dadurch das Grünzeug. In der Landwirtschaft sind besonders Kartoffelpflanzen betroffen. Auch der Maiswurzelbohrer, der die Maispflanze zu seinem Leibgericht erkoren hat, wird zum Problem.

Die betroffenen Gebiete in Oberösterreich sind der Grenzbereich zu Bayern und der Raum Perg. Der kleine Nimmersatt kann enorme Schäden bei der Maisernte verursachen und ist deshalb bekämpfungspflichtig. Als Vorbeugung empfiehlt Krumphuber, die Fruchtfolge einzuhalten. „Das heißt, nicht Mais auf Mais anzubauen.“ Das gilt übrigens auch für den Anbau aller anderen Kulturpflanzen.

Durch den ungehinderten Grenzverkehr verbreiten sich natürlich auch Schädlinge auf ganz Europa. Tierchen, die uns vor der Grenzöffnung noch völlig unbekannt waren, machen sich jetzt auch über unsere Felder her. Man kann eindeutig sagen: „Schädlinge sind große Globalisierungsgewinner“, so der Pflanzenbauexperte.


„Die Vielfraße kommen als blinde Passagiere“
Für den Pflanzenbauexperten Christian Krumphuber von der Landwirtschaftskammer sind Schädlinge die klaren Globalisierungsgewinner.

Herr Krumphuber, welche Krabbeltiere bereiten uns in Oberösterreich momentan die meisten Sorgen?
Neben den am häufigsten vorkommenden Arten, wie Kartoffelkäfer und Blattlaus, werden zunehmend auch der Maiswurzelbohrer, die Miniermotte und die Fruchtfliegen zum Problem. Auch Pilzerkrankungen und Bakterien setzen den Pflanzen gewaltig zu. Hauptproblem der tierischen Schädlinge sind die gewaltige Vermehrung und ihr unstillbarer Appetit auf alles, was grünt und blüht.

Und woher kommen die ganzen Viecher?
Die meisten der lästigen Tierchen sind blinde Passagiere. Sie kommen mit Transportern aus anderen EU-Ländern zu uns. Ein erstes Auftreten wird immer um Flughäfen und Transitstrecken festgestellt.

Haben Sie auch privat Schwierigkeiten mit Käfern?
Ja, in meinem Garten: Einmal haben mir Engerlinge den Rasen zerstört. Anschließend kann man die betroffenen Stellen wie einen Teppich wegrollen.

Foto: Landwirtschaftskammer OÖ

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