Mi, 22. November 2017

Kältester Berg

30.06.2008 13:38

Blinder Osttiroler Andy Holzer am Mt. McKinley

Der blinde Osttiroler Extrembergsteiger Andy Holzer (41) hat auch den höchsten Berg Nordamerikas geschafft. Bereits am 30. Mai erreichte er als erster blinder Europäer mit seinem vierköpfigen Team den Gipfel des kältesten Berges der Welt, der 6.194 m hohen Mt. McKinley. Der Tiroler Ausnahmebergsteiger und Gewinner des Life Awards 2007 wurde von weiteren vier Österreichern begleitet: Zelt- und Seilpartner Andi Scharnagl, Felix Goller, Andreas und Thomas Nothdurfter. Sie wählten die Expeditionsroute "Denali's West Buttress".

Die Expedition dauerte 16 Tage und ging durch Eis und Schnee mit Wetterbedingungen von windstillen Sonnentagen bis eiskalten Schneestürmen um die 140 km/h. Während dieser anstrengenden Tour verlor Holzer fast zehn Kilogramm Körpergewicht. Rückblickend meinte er: "Der Denali hat mir gezeigt, dass ich mit weiterem Training und Optimierung von Kleinigkeiten meinen Weg nach Oben weitergehen darf. Meine Philosophie in meinem Team ist, die Schwächen nicht zu verstecken. Sie liefern sogar noch mehr Motivation zum Zusammenhalten und zum Kämpfen' kann ich weiter ausleben."

Die Expedition begann mit einem Gletscherflug von Talkeetna (Alaska), das 100 Meter über dem Meeresspiegel liegt, zum Basecamp auf 2.200 Meter Seehöhe. Dann ging es mit 350 Kilogramm Ausrüstung - jeder Teilnehmer hatte einen Rucksack mit 30 Kilogramm und einen Schlitten mit 40 Kilogramm - bis in buchstäblich schwindelnde Höhen. Am 14. Expeditionstag wurde unter größter Anstrengung über die bis zu 55 Grad steilen Eisflanken die notwendige Ausrüstung auf das High Camp auf 5.300 m hinaufgetragen. Von dort ging es schließlich in einer sieben Stunden dauernden Gewalttour auf den Gipfel.

Am 30. Mai um 15.15 Uhr war schließlich der Peak des Mt. McKinley erreicht. Der Abstieg bis zum Basiscamp erfolgte teilweise mit Tourenski. Tagebuchaufzeichnungen und Fotos zur Tour findest du in der Infobox!

Holzer ist seit Geburt an blind und hat sich zum Ausnahmebergsteiger entwickelt. Einige seiner bisherigen Touren:

  • Mit zwei Augen, drei Händen und vier Füßen am Dach von Südamerika, dem 6.962 Meter hohen Aconcagua  - gemeinsam mit Tourenpartner Peter Mair, der im Alter von 32 Jahren durch eine Explosion seinen linken Arm verlor.
  • Weltsensation "doppelblinde Seilschaft"  mit dem blinden Amerikaner Erik Weihenmayer auf die Südrampe des Roten Turm in den Lienzer Dolomiten im 5. Schwierigkeitsgrad (Weihenmayer war der erste blinde Mensch, der am Mount Everest und am Mt. McKinley stand).
  • Via Cassin am Preußturm in den Dolomiten im 7. Schwierigkeitsgrad: Unter der Führung des 40-jährigen beidseits beinamputierten Hug Herr aus Boston bestiegen Weihenmayer und Andy Holzer die kleinste der Drei Zinnen.
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