So, 19. November 2017

„Mini-Mars“

29.06.2008 13:41

Forscherteam untersucht Rinnen auf Spitzbergen

Während die US-Sonde "Phoenix" kürzlich auf dem Mars erstmals mit großer Wahrscheinlichkeit auf Wassereis gestoßen ist, bereiten Wissenschaftler eine Expedition nach Spitzbergen vor. Dort wollen sie sogenannte Erosionsrinnen untersuchen, die bestimmten Oberflächenformationen auf dem Mars frappierend ähnlich sind. Mitte Juli bricht die schwedische Forscherin Ella Carlsson mit Kollegen aus Schweden und Deutschland zu der Inselgruppe im Eismeer auf.

Bereits im vergangenen Jahr brachten die Wissenschaftler im Rahmen des ersten Teils der Expedition in zwei dieser Rinnen Messgeräte an, um damit Temperatur, Luftdruck und Wasserfluss aufzuzeichnen. "Heuer wollen wir diese Daten einsammeln sowie weitere Messungen durchführen", erklärte Carlsson während der letzten Vorbereitungen vor der Reise in den äußersten Norden Europas.

Geplant ist, das in den Rinnen gelegentlich fließende Wasser auf Bakterien, Salzgehalt und pH-Wert zu untersuchen. "Wenn wir herausbekommen haben, was für eine Art Leben sich im Klima auf Spitzbergen und in den Erosionsrinnen wohlfühlt, dann wird es interessant sein zu prüfen, ob sie eventuell auch die Bedingungen auf dem Mars aushalten würden", so die schwedische Forscherin. Wenn schon nicht das jetzige Klima auf dem Nachbarplaneten, so wenigstens jenes, "wie es vielleicht vor etwa 3,5 bis 4 Milliarden Jahren war". Der amerikanische Astrobiologe Steve McDaniel soll diesen Teil der Daten-Auswertung übernehmen.

Stereo-Kamera kommt zum Einsatz
"Leider können wir die Rinnen auf dem Mars nur mit Hilfe von Satellitenaufnahmen studieren", bedauert Carlsson. "Wir glauben, dass viele der Kanäle in der Mitte der Rinnen auf dem Mars V-förmig sind - so sieht es zumindest auf den Bildern aus." Um diesbezüglich einen besseren Bildvergleich zu bekommen, sollen die irdischen Erosionsrinnen im Sommer vom Flugzeug aus fotografiert werden. Dabei kommt eine hochauflösende Stereo-Kamera (HRSC) zum Einsatz.

Erosionsrinnen wie jene in der Nähe von Longyearbyen (Hauptort auf Spitzbergen), die Carlsson und ihre Leute vergangenes Jahr besucht haben, bilden sich nur vereinzelt durch Regenfälle. Am häufigsten entstehen sie, wenn Permafrost unter der Oberfläche eines Berghanges schmilzt. Das Schmelzwasser sickert dann zunächst langsam hinunter und unterminiert die Hänge, sodass es schließlich zu Einbrüchen kommt und sich Sturzbäche bilden.

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