Sa, 18. November 2017

Zurück nach Kairo

29.06.2008 10:16

Italien startet Kampagne gegen Einwanderer

Italien hat nach Regierungsangaben im Zuge der Verschärfung seiner Einwanderungspolitik 38 Ägypter ausgewiesen. Innenminister Roberto Maroni von der Lega Nord, die für ein hartes Vorgehen gegen Immigranten eintritt, zeigte sich am Samstag zufrieden über den Schritt. Die Ägypter seien mit einem gecharterten Flugzeug nach Kairo geflogen worden, erklärte er.

Zugleich verteidigte der Minister sein umstrittenes Vorhaben, die Fingerabdrücke von Roma-Kindern zu registrieren. Die Behörden wüssten nicht einmal, wer in den legalen Lagern der Roma lebe, geschweige denn in den illegalen. Deshalb sei eine Zählung nötig, sagte Maroni der Zeitung "Corriere della Sera". Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte ihr Amt im Mai mit dem Versprechen angetreten, entschieden gegen die illegale Einwanderung vorzugehen. Unter anderem will sie die unerlaubte Einreise unter Strafe stellen. Schon bisher werden in Italien zum Teil die Fingerabdrücke von Einwanderern genommen, allerdings üblicherweise nicht von Kindern oder EU-Bürgern.

Die katholische Hilfsorganisation Fondazione Migrantes, die der italienischen Bischofskonferenz nahesteht, äußerte Befremden über das Vorgehen gegen die Roma. "Es ist unverständlich, warum ausschließlich von Minderjährigen dieser winzigen ethnischen Minderheit Fingerabdrücke genommen werden sollen", zitierten Nachrichtenagenturen die Gruppe. Dies werde Fremdenfeindlichkeit oder gar Diskriminierung Vorschub leisten.

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