Mo, 11. Dezember 2017

Nur gut gemeint

26.06.2008 16:31

Inder "adoptiert" Bärenbaby - verhaftet!

Weil ein 35-jähriger Witwer in Indien ein verlassenes Bärenbaby zu sich genommen hat, um seine Tochter über den Tod der Mutter hinwegzutrösten, wandert er jetzt ins Gefängnis. Ein Bericht im Lokal-TV hatte die Tierschutzbehörde auf das ungewöhnliche Haustier der Familie aufmerksam gemacht.

Tierliebe hat den 35-jährigen Ram Singh Munda aus der östlichen Provinz Bhubaneswar ins Gefängnis gebracht. Beim Feuerholz-Sammeln lief dem tierliebenden Witwer ein verlassenes Lippenbärbaby über den Weg. Er nahm es zu sich, um seiner sechsjährigen Tochter eine Freude zu bereiten. Ein lokaler TV-Sender brachte darüber eine herzerwärmende Story. Beamte der Tierschutzbehörde sahen den Bericht und brachten Munda hinter schwedische Gardinen. Er muss mit bis zu drei Jahren Haft rechnen. Der Grund: Munda hat gegen geltende Tierschutzrichtlinien verstoßen, die wilde Tiere als Haustiere nicht erlauben. Der Bär kam in den Zoo und Mundas kleine Tochte Dulki in ein staatliches Internat.

„Wie soll meine Tochter jetzt überleben?“ jammert Munda. „Wie kann ich dafür verhaftet werden, dass ich mich um ein verlassenes Bärenbaby gekümmert habe, das im Wald nie überlebt hätte?“

Private Tierschutzaktivisten stellen sich hinter Munda
Tierrechtsaktivisten setzen sich jetzt für Mundas Freilassung ein. Jiban Ballav Das, Chef der Organisation „People for Animals“: „Wir verurteilen das Vorgehen der Behörden. Er hat das Tier nie verletzt und auch für keinerlei kommerzielle Zwecke verwendet.“ Ganz anders sieht es Zoodirektor Ajit Kutan Patnaik, der das Bärenjunge aufgenommen hat: „Die Gefängnisstrafe ist gerechtfertigt, da Lippenbären eine gefährdete Spezies sind und unter Artenschutz stehen.“

Der Bär verweigert im Zoo übrigens jede Nahrungsaufnahme…

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